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"Keine Science Fiction": Werden wir bald unsichtbar wie Harry Potter?

"Keine Science Fiction" : Werden wir bald unsichtbar wie Harry Potter?

Washington (rpo). In den Romanen der Britin Joanne K. Rowling bedient sich Harry Potter eines Zaubermantels, mit dem er unsichtbar wird und ungestört durch die Hallen seiner Schule Hogwarts wandern kann. Nun könnte das magische Artefakt durchaus Wirklichkeit werden. In einer jetzt veröffentlichten Studie des Wissenschaftsmagazins "Science" erklärten Forscher, wie das Phänomen in die Realität umgesetzt werden könnte.

Hierzu müssten Licht und magnetische Strahlen lediglich um das verhüllte Objekt herum gelenkt werden. Wenn das Objekt das Licht nicht reflektiere, sei es für das menschliche Auge unsichtbar. Allerdings sei es noch nicht gelungen, das hierfür notwendige Material herzustellen.

In der Theorie sei das Unsichtbarmachen leicht, erklärte der Elektrotechnik- und Informatikprofessor David Smith von der Duke-Universität in North Carolina. Man müsse lediglich die Wellen um den unsichtbar zu machenden Gegenstand herumleiten, "wie Wasser einen Felsen umspült". Dazu forschten die Wissenschaftler an der Herstellung von in der Natur nicht existierenden "Meta-Materialien", die Licht nicht reflektieren und keinen Schatten werfen.

"Das ist kein Science Fiction, denn die wissenschaftliche Theorie ist da", sagte der Physiker John Pendry vom Imperial College in London, einer der Ko-Autoren der Studie über den Harry-Potter-Zaubermantel. "Theoretisch ist alles möglich, was Harry Potter mit seinem Umhang anstellt." Zurzeit lasse sich die Theorie allerdings noch nicht umsetzen, weil die Ingenieurswissenschaften noch nicht weit genug fortgeschritten seien.

Auch wenn der Weg bis zum Zaubermantel noch weit sei, könnten die ersten unsichtbar machenden Materialien in etwa zwei Jahren zur Verfügung stehen, erklärte Pendry. Allerdings werde die erste Version sicher noch eher einem dicken Schirm ähneln als einem leichten Cape wie bei Harry Potter. Der britische Physiker forderte Wissenschaftler in aller Welt auf, "sich unserem Unternehmen anzuschließen und mit diesen neuen Ideen zu spielen".

Die Arbeiten der an der Studie beteiligten Wissenschaftler werden teilweise vom Pentagon finanziert. Techniken zum Unsichtbarmachen hätten vielfältige Anwendungsmöglichkeiten im militärischen und zivilen Bereich, hieß es.

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(afp2)