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Edison entwickelt die Glühlampe: Vor 125 Jahren ging der Welt ein Licht auf

Edison entwickelt die Glühlampe : Vor 125 Jahren ging der Welt ein Licht auf

Düsseldorf (rpo). Thomas Alva Edison war ein fleißiger Erfinder. Der Phonograph und ein Börsenkursanzeiger stammen genau so aus seiner Erfinderschmiede wie das Betongießverfahren oder der elektrische Stuhl. Die wohl weitreichendste Erfindung ging heute vor 125 Jahren in einen 40-stündigen Dauertest: die Glühlampe.

Geboren wurde Edison 1847 in Milan im US-Bundesstaat Ohio. Er war ein Nachzügler, seine Brüder und Schwestern waren deutlich älter als er. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass er nur eine sehr rudimentäre Schulbildung hatte. Angeblich drückte er nur für ein paar Monate die Schulbank. Die weitere Unterrichtung übernahmen einigen Quellen zufolge seine Eltern.

Dafür stieg Edison sehr früh ins Berufsleben ein: Mit zwölf Jahren wird er Zeitungsjunge und verkauft auf einer Eisenbahnlinie zwischen Detroit und Port Huron Zeitungen und Süßigkeiten.

Bereits 1868 meldet Edison sein erstes von insgesamt über 1.000 Patenten an: einen elektrischen Stimmenzähler. Der amerikanische Kongress weigert sich jedoch das Gerät einzusetzen, da Manipulationen befürchtet werden. Dem folgt 1877 der Phonograph, für den Edison ein Jahr später das Patent erhält.

Seine berühmteste Erfindung — die, wie sich später herausstellt, gar keine ist — gelingt ihm im Jahr 1879: die Glühlampe. Am 19. Oktober startet er einen ersten Dauerversuch mit einem evakuierten Glaskolben, in dem ein Kohlefaden zum Glühen gebracht wird. Tatsächlich hält diese Glühlampe 40 Stunden Dauerbetrieb durch. Dafür bekommt Edison noch im gleichen Jahr das US-Patent Nr. 223898 für eine elektrische Glühlampe zugesprochen.

Noch heute sieht man jeder klassischen Glühlampe ihre Herkunft an. Die Form und die Bezeichnung des Gewindes geht auf Edison zurück: E(dison) 14 bezeichnet ein kleines Gewinde, E 27 ein "normales" und E 40 das Gewinde einer großen Glühlampe mit mehr als 200 Watt Leistung.

Es glühte bereits Jahre zuvor

Doch im Jahr 1893 wurde in den USA gerichtlich nachgewiesen, dass Edison gar nicht der Erfinder der Glühlampe ist. Vielmehr darf sich der in die USA ausgewanderte Deutsche Heinrich Göbel (ab 1849 Henry Goebel) mit diesen Federn schmücken. Bereits 1854 entwickelte er die erste funktionierende Glühlampe, indem er einen verkohlten Bambusfaden in einer leeren Eau-de-Cologne-Flasche verwendete. Nach einigen Verbesserungen dieser Bambus-Glühlampe brannte diese im Jahr 1859 bereits 400 Stunden. Aus unbekannten Gründen jedoch meldetet Göbel seine Erfindung nicht zum Patent an.

Edison machte sich die Erfindung zu Nutze und veränderte die von ihm entwickelte Lampe 1880 dahingehend, dass er den vorher verwendeten Kohlefaden durch einen Bambusfaden ersetzte und damit eine Brenndauer von 1.200 Stunden erreichte.

Unbestritten ist, dass Thomas Alva Edison zahlreiche Leistungen erbracht hat. Doch er war schon zu Lebzeiten teils scharfer Kritik ausgesetzt. Er galt als geschickter Vermarkter seiner eigenen Legende und als äußerst geschäftstüchtig. Das von ihm geschaffene Firmenimperium (heute: General Electric) machte Edison zu einem der reichsten Männer seiner Zeit.

Die von ihm gegen andere Unternehmen geführten Urheberrechtsprozess füllen lange Regalmeter. Doch auch er selbst wurde immer wieder mit dem Vorwurf konfrontiert, Erfindungen anderer plagiiert zu haben. So waren neben der Glühlampe weitere mit seinem Namen in Verbindung gebrachte Erfindungen wie der Telegraph oder auch das Mikrofon nur Verbesserungen bereits von anderen Tüftlern entwickelter Geräte.

(rpo)