1. Panorama
  2. Wissen
  3. Forschung

Test: Haben Sie das Zeug zum Super Recognizer?​

So funktioniert der Test : Haben Sie das Zeug zum Super Recognizer?

Die Polizei in NRW sucht Menschen mit einem besonderen Talent: Super Recognizer, die Gesichter wiedererkennen und selbst in großen Menschenmassen identifizieren können. Haben Sie auch ein gutes Gesichtergedächtnis? So funktionieren die Tests für Super Recognizer.

Menschen, die sich Gesichter extrem gut merken und wiedererkennen können, sind gefragt: Die Polizei sucht in Nordrhein-Westfalen sogenannte Super Recognizer, die Täter in Videoaufnahmen oder in Menschenmassen identifizieren können. In einem Pilotversuch sollen in den sechs Polizeibehörden Dortmund, Essen, Düsseldorf, Köln, Bochum und Siegen-Wittgenstein begabte Beamte gefunden werden. Dafür will die Berliner Polizei eine Testsoftware zur Verfügung stellen. Bewerben können sich zwar nur Polizeibeamte in den ausgewählten Pilotbehörden, aber vielleicht haben auch Sie das Zeug zum Super Recognizer. Zwei Tests im Überblick.

Test der University of Greenwich

Etwa fünf Minuten dauert der Test der University of Greenwich, der erst mal grob die Spreu vom Weizen trennen soll. Vor allem aber soll der Test Spaß machen. Den Test finden Sie hier. In 14 Versuchen bekommen Testpersonen für etwa acht Sekunden ein Foto gezeigt.

 Fotos wie dieses müssen sich Teilnehmer im Test der University of Greenwich merken.
Fotos wie dieses müssen sich Teilnehmer im Test der University of Greenwich merken. Foto: Screenshot/University of Greenwich

Im zweiten Schritt müssen sie die gesuchte Person in einer Reihe von sechs weiteren Fotos wiedererkennen. Die Schwierigkeit: Die Fotos zeigen mitunter eine andere Perspektive, die Qualität kann verwaschen sein.

 Welche der gezeigten Personen kommt Ihnen bekannt vor? Wer sich Gesichter gut merken kann, wird hier die richtige Auswahl treffen.
Welche der gezeigten Personen kommt Ihnen bekannt vor? Wer sich Gesichter gut merken kann, wird hier die richtige Auswahl treffen. Foto: Screenshot/University of Greenwich

Am Ende des Tests werden die Punkte zusammengezählt. Bei mehr als zehn Punkten könnte die Testperson ein Super Recogniser sein. Um das zu überprüfen, können sich Testteilnehmer freiwillig weiteren Tests unterziehen - entweder direkt im Anschluss oder später. Dafür können sich Teilnehmer per E-Mail erinnern lassen.

Drei Tests würden sich dann dem ersten anschließen: Der Cambridge Face Memory Test (15 Minuten), der 30/60 Face Recognition Test (15 Minuten) und der Glasgow Face Matching Test (15 Minuten).

Die Gesichtserkennung getestet hat Dr. Josh P Davis, Professor für Angewandte Psychologie an der Greenwich Universität. Die Erforschung der Super Recognizer und die Entwicklung des Tests ist sein Hauptforschungsgebiet.

Test der University of New South Wales

Der Test der Univeristy of New South Wales (UNSW) in Sydney ist etwas komplexer gestaltet. Der Test soll besonders schwierig, in Kombination mit anderen Tests aber sehr genau sein. 100 Prozent, so schreibt das Portal science.orf.at, habe noch keiner der inzwischen mehr als 31.000 Teilnehmer geschafft - 97 Prozent sollen demnach das bisher beste Ergebnis gewesen sein. Den Test finden Sie hier.

  • Die Beauftragten, die mit den Fragebögen
    Datenerhebung im Kreis Wesel : Polizei warnt vor Betrügern bei der Zensus-Befragung
  • Google-Chef Sundar Pichai eröffnete am Mittwoch
    Neue Technologien : Google setzt bei neuen Geräten auf künstliche Intelligenz
  • Leere Verpackungen stapeln sich auf einem
    Kampf gegen Einwegmüll : Aktion: Umweltberatung sucht Testpersonen

Im ersten Teil des Tests müssen sich Teilnehmer eine ganze Reihe an Gesichtern direkt hintereinander merken. Im Anschluss werden ihnen neue Fotos gezeigt - solche, die zuvor gezeigte Personen in anderer Perspektive zeigen, und Bilder von Menschen, die nicht dabei waren. Die Teilnehmer müssen entscheiden: War die Person im ersten Schritt dabei? Oder ist sie fremd?

Im zweiten Teil des Tests bekommen die Teilnehmer wieder ein Foto gezeigt. Im Anschluss erhalten sie vier vermeintliche Variationen der Person und müssen entscheiden, ob sie die gesuchte Person zeigen oder nicht. Auch hier können die Fotos aus verschiedenen Zeiten stammen und von schlechter Qualität sein.

 Im Test der UNSW müssen Testteilnehmer Varianten eines Gesichts einem zuvor gezeigten Foto zuordnen.
Im Test der UNSW müssen Testteilnehmer Varianten eines Gesichts einem zuvor gezeigten Foto zuordnen. Foto: Screenshot/Univeristy of New South Wales

Etwa die Hälfte der Menschen, gemessen an den ersten 6300 Teilnehmern, erreichten laut der UNSW im Test 61 Prozent und mehr. Die Top-10-Prozent der Teilnehmer erreichten im Test 69 Prozent und mehr. Lediglich die Top-5-Prozent der 6300 Teilnehmer erreichte ein Ergebnis von 72 Prozent und mehr.

(axd)