Chemie-Nobelpreis an Lefkowitz und Kobilka: Forscher erklären Mechanismus der Angst

Chemie-Nobelpreis an Lefkowitz und Kobilka : Forscher erklären Mechanismus der Angst

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an Robert Lefkowitz und Brian Kobilka aus den USA. Die Amerikaner erklären, wie im menschlichen Körper Signale verarbeitet werden. Zum Beispiel dann, wenn wir Angst bekommen.

Die Arbeiten der beiden amerikanischen Chemiker stammen aus dem Bereich der Biologie. Robert J. Lefkowitz und Brian K. Kobilka können erklären, wie im menschlichen Körper Signale verarbeitet werden: Es gibt Rezeptoren an den Oberflächen der meisten Zellen, an denen Moleküle zur Übertragung von Nachrichten andocken können. Die beiden Preisträger entdeckten die Gruppe der G-Protein-Rezeptoren. Sie reagieren auf so wichtige Substanzen wie Adrenalin, Beta-Blocker oder Antihistaminika.

Robert Lefkowitz. Foto: dpa, Ho

Das Nobelpreis-Komitee beschreibt die Forschungsergebnisse an einem sehr plastischem Beispiel: dem Entstehen von Angst. Wenn das Gehirn den Auftrag gibt, Adrenalin freizusetzen, reagieren die Körperzellen auf ganz unterschiedliche Art.

Gruppe von Botenstoffe als Auslöser

Der Herzschlag erhöht sich, die Atmung wird intensiver und tiefer, die Leber setzt mehr Zucker frei, damit der Körper mehr Energie hat, auch die Darmtätigkeit verändert sich. Ausgelöst wird das alles von eine Gruppe von Botenstoffe, und so verschieden die Körperzellen sind: Sie verwenden alle das gleiche Prinzip, um ihre Aktivität anzuregen. Die G-Protein-Rezeptoren reagieren auf das Adrenalin und geben der Zelle neue Befehle.

Dass es einen solchen Mechanismus geben muss und die Bedeutung der Botenstoffe war schon in der 1970er Jahren vermutet worden. Lefkowitz und Kobilka können aber erklären, wie die Alarmierung der Zellen genau funktioniert.

Acht Millionen Schwedische Kronen

Die höchste Auszeichnung für Chemiker ist mit umgerechnet 930 000 Euro (acht Millionen Schwedischen Kronen) dotiert. Die Nobelstiftung hatte den Betrag in diesem Jahr um 20 Prozent vermindert, da ihr Kapital im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise geschrumpft war. Die feierliche Überreichung der Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

Im vergangenen Jahr konnte sich der israelische Forscher Dan Shechtman mit seiner Entdeckung der sogenannten Quasikristalle den Preis sichern. Am Donnerstag folgt die Bekanntgabe des Nobelpreises für Literatur und am Freitag der Friedensnobelpreis.

Die Auszeichnung für Wirtschaftswissenschaften wird am 15. Oktober bekannt gegeben. Die Verleihung findet traditionell am 10. Dezember statt, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.

(dpa)