Bremervörde: Erster Wasserstoffzug Coradia iLint gestartet

Neue Technik für Schienenfahrzeuge: Weltweit erster Wasserstoffzug absolviert Premierenfahrt

In Deutschland fährt seit Sonntag der weltweit erste mit elektrischer Energie aus Wasserstoff betriebene Zug. Der „Coradia iLint“ ist in Bremervörde zu seiner Premierenfahrt gestartet.

Der emissionsfreie Regionalzug, der von der Firma Alstom in Salzgitter gebaut wurde, soll von Montag an die Städte Bremervörde, Cuxhaven, Bremerhaven und Buxtehude miteinander verbinden, wie Alstom und die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) mitteilten.

Der „Coradia iLint“ hat den Angaben zufolge auf dem Dach einen Wasserstofftank und eine Brennstoffzelle. Diese wandelt den Wasserstoff direkt in elektrische Energie um. Statt Kohlendioxid, Ruß und Feinstaub hinterlasse ein Wasserstoffmotor lediglich ein paar Tropfen Wasser, hieß es. Der Zug hat eine Höchstgeschwindigkeit von 140 Kilometern pro Stunde und ist damit so schnell wie auch ein Dieselzug. Mit einer Tankfüllung kommt der Wasserstoffzug etwa 1.000 Kilometer weit.

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Im Auftrag der LNVG wird der Zug von der Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH betrieben. Bei der ersten Fahrt am Sonntag war auch Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) mit an Bord.

Die Verbindung von Wasserstoff und Brennstoffzelle gilt Experten zufolge als idealer Antrieb mit Blick auf den Klimaschutz. Die künftig von dem Brennstoffzellenzug bediente Strecke ist nicht durch Oberleitungen elektrifiziert. Dort verkehren bislang Dieseltriebwagen.

(felt/epd)