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Expedition ins Tierreich: Forscher findet Frosch mit langer Nase

Expedition ins Tierreich : Forscher findet Frosch mit langer Nase

Washington (RPO). Beim Mittagessen entdeckte ihn der Forschungsreisende Paul Oliver auf einem Reissack: fast wäre ihm der kleine Vertreter der bislang unbekannten Froschart weggehüpft. Wegen seiner langen Nase tauften die Wissenschaftler die Art Pinocchio.

Paul Oliver ist Spezialist für Lurche und Amphibien. Er war gerade auf einer Expedition mit anderen Forschern im Westen der indonesischen Insel Neu-Guinea unterwegs. In den verregneten Foja-Bergen hatte er besonderes Glück: Seine größte Entdeckung sprang ihn fast an.

Doch das blieb nicht der einzige spektakuläre Fund. So sichteten die Zoologen das bisher selten beobachtete Goldmantel-Baumkänguru. "Es kann in die Bäume springen und ansatzlos daran hochhasten", sagt Kristofer Helgen vom Smithsonian National Museum of Natural History in Washington. "Aber auf dem Boden springt es wie jedes andere Känguru auch." Bei seinen Beobachtungen entdeckte er die möglicherweise kleinste Känguruart der Welt. Das kleine Wallaby hat sich wie das Baumkänguru vollkommen an das Leben im Wald angepasst. Diese und weitere Ergebnisse der Expedition wurden am Montag vorgestellt.

Forscher beweist gute Reflexe

Neu-Guinea und Australien waren einst miteinander verbunden, erklärt Helgen. Deshalb leben auf beiden Inseln ähnliche Lebensformen, die sich aufgrund der unterschiedlichen Bedingungen anders entwickelten.

Die Forschergruppe fand in den abgeschiedenen Bergen der asiatischen Insel außer dem Pinocchio-Frosch und dem Baumkänguru etliche weitere unbekannte Tierarten: eine große Rattenart mit wolligem Fell, eine dreifarbige Taubenart, einen gelbäugigen Gecko sowie Dutzende neue Insektenarten. Als sie auf den Gecko stießen, bewies Oliver die guten Reflexe des Amphibien-Forschers: Als das Tier davonhuschen wollte, sprang er an einem Baum hoch und griff zielsicher zu.

Die Expedition war Teil des internationalen Programms zur Bewertung der Artenvielfalt RAP und wurde von der Umweltschutzgruppe Conversation International, der Smithsonian Institution und dem Verlag National Geographic unterstützt. In der Juni-Ausgabe des Magazins soll ein Bericht über die Expedition erscheinen.

(apd/pst)