Duisburg: Filmbranche ehrt Duisburger Festivalmacher

Duisburg: Filmbranche ehrt Duisburger Festivalmacher

Die Duisburger Filmwoche und Werner Ruzicka galten als unzertrennlich. Seit 1985 leitet Ruzicka das Festival. In diesem Jahr allerdings zum letzten Mal. Der Abschied wird ihm, vielen Dokumentarfilmern und allen Freunden der Filmwoche schwerfallen. Die 42. Filmwoche, die vom 5. bis 11. November stattfindet, wird seine letzte als Festivalleiter sein. Ruzicka, der in diesem Jahr 71 Jahre alt wird, überlässt einem Nachfolger die Leitung des Festivals, das im deutschsprachigen Raum hochgeschätzt wird. Dass viele die Filmwoche für das bedeutendste Festival des deutschsprachigen Dokumentarfilms halten, ist sein Verdienst.

Nun wird das Engagement des Festivalmachers noch einmal von den Kritikern gewürdigt: Heute erhält Ruzicka bei der Berlinale den Ehrenpreis der deutschen Filmkritik. Der einzige deutsche Filmpreis, der ausschließlich von Kritikern vergeben wird, zeichnet ihn für seine Verdienste um die dokumentarische Filmkultur in Deutschland aus. "Als Widerständler gegen die Konsensbildung hat er sich in seiner über 40-jährigen Schaffenszeit dem Dokumentarfilm intellektuell rigoros und leidenschaftlich wie kaum ein anderer verschrieben", heißt es in der Jury-Begründung.

Den Ehrenpreis empfindet Ruzicka als besondere Auszeichnung. "Es ist mir wirklich eine große, unerwartete Ehre. Die Anerkennung gilt natürlich gleichermaßen der Filmwoche und all denen, die in den vielen Jahren an diesem wunderbaren Festival mitgebaut und mitgehandelt haben", sagt er. Die nächste Filmwoche steht - passend - unter dem Motto "Handeln". Zum Reglement gehört, dass jeder Film im Anschluss an seine Aufführung öffentlich mit den Filmemachern diskutiert wird. Gezeigt werden längere Dokumentarfilme aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

  • Niederrhein : Ehrenpreis für Leiter der Filmwoche

Ganz ins Privatleben wird sich Ruzicka nach seinem Rücktritt wohl nicht zurückziehen. Er kann sich vorstellen, als dramaturgischer Berater zu arbeiten. Vermutlich wird er auch, wie in der Vergangenheit, Lehraufträge übernehmen oder in Kommissionen und Jurys, etwa für den Grimme-Preis, mitwirken.

(pk)
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