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Earth Hour 27. März 2021: Lichtausschalten als friedlicher Protest für Klimaschutz

Klimaschutzaktion Earth Hour : Lichtausschalten als friedlicher Protest

Am 27. März rufen Umweltschützer weltweit erneut zur Teilnahme an der „Earth Hour“ auf. Wie sich das Ganze zu einer weltweiten Aktion entwickelt hat, welche Idee dahinter steht und wie man mitmachen kann, haben wir hier zusammengefasst.

Vor vierzehn Jahren titelten viele Zeitungen: „Sydney versinkt im Dunkeln“ oder „Licht aus in Sydney“. Denn am Abend des 31. März 2007 war in ganzen Bezirken der australischen Großstadt die Beleuchtung ausgegangen, auch die sonst hell erstrahlte Sydney Harbour Bridge und das Opera House lagen für eine Stunde lang im Dunkeln. Damit sollte auf die Energieverschwendung durch unnötige Beleuchtung oder andere Formen von Stromverbrauch aufmerksam gemacht werden. Das Ganze war ursprünglich „nur“ der Beginn einer lokalen Kampagne in Sydney – und hat sich dann schnell zu einer weltweiten Aktion entwickelt.

Was ist die Earth Hour?

Jedes Jahr im März findet die Earth Hour als weltweite Klima- und Umweltschutzaktion statt – 2021 ist es am Samstag, 27. März, von 20.30 bis 21.30 Uhr wieder so weit. Millionen von Menschen schalten dann für eine Stunde ihr Licht aus, auch Städte und Unternehmen beteiligen sich daran. Die Idee dahinter beschreibt der WWF, der sie ins Leben gerufen hat, so: „Wir wollen zeigen, dass wir uns besser um unseren Planeten kümmern müssen. Daher kommt auch der Name Earth Hour. Es ist die Stunde der Erde.“ Es geht also nicht darum, durch das Lichtausschalten Energie zu sparen, sondern um ein friedliches Protestsymbol, dass Politik und Wirtschaft auffordern soll, „mehr Einsatz für den Umwelt- und Klimaschutz“ zu zeigen.

 London im Dunkeln: Der Palace of Westminster, das britische Parlament, während der Earth Hour 2019.
London im Dunkeln: Der Palace of Westminster, das britische Parlament, während der Earth Hour 2019. Foto: dpa/David Parry

Wie kann man bei der Earth Hour mitmachen?

Das ist relativ einfach: Am Tag der Earth Hour um 20.30 Uhr für eine Stunde das Licht ausschalten – egal, wo man sich grade befindet. Der WWF ruft dazu auf, von sich selbst beim Lichtausschalten ein Foto oder Video zu machen und es in sozialen Netzwerken unter den Hashtags #LICHTAUS und #EARTHHOUR zu posten – mit einem kurzen Statement, warum man mitmacht.

Auch Städte und Gemeinden können teilnehmen. Auf einer interaktiven Karte auf der Webseite des WWF kann man nachschauen, ob der eigene Heimatort schon dabei ist. Aktuell nehmen 284 Orte in Deutschland an der Aktion teil. Unternehmen können die Earth Hour ebenfalls unterstützen, die Betriebsgröße oder Branche spielt dabei keine Rolle.

Warum ist das Zeichen für Klimaschutz grade 2021 wichtig?

2021 ist Wahljahr in Deutschland: Im September wird ein neuer Bundestag gewählt, was für die Klimapolitik entscheidend sein wird. Der WWF möchte mit der Aktion an sämtliche Parteien appellieren: „Am Klimaschutz kommt keiner vorbei“. Die Organisation weist in dem Zug auf die Verschärfung der Klimakrise hin: „Wenn es uns nicht gelingt, die Erderhitzung zu bremsen, drohen Mensch und Natur katastrophale Konsequenzen.“ Das ist schon jetzt sichtbar: Umweltschützer wie WWF und der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) warnen, dass in den nächsten Jahrzehnten rund eine Million Arten aussterben könnten – wegen der Zerstörung von Lebensräumen und der Verschmutzung von Luft, Wasser und Boden. Zu den Konsequenzen, die sich schon jetzt bemerkbar machen, gehörten, so der WWF, auch häufigere Waldbrände, Dürren und Überflutungen.

Wie entwickelte sich die Earth Hour zur globalen Aktion?

Nachdem die Earth Hour 2007 in Sydney als Kampagne des WWF Australia viele Menschen mobilisiert und weltweit Beachtung gefunden hatte, gab es noch im selben Jahr ähnliche Aktionen: etwa im Juni in London und im Oktober in Los Angeles und San Francisco. In Deutschland, Österreich und der Schweiz hieß es im Dezember „Licht aus für unser Klima“. 2008 nahmen bereits 300 Städte in 35 Ländern an der Earth Hour im März teil, deutsche Städte waren zum ersten Mal im März 2009 dabei. Bei der Earth Hour 2020 nahmen mit Städten aus 190 Ländern fast alle Länder der Welt teil.

(bora)