Epidemie in Brasilien Was Reisende über das Dengue-Fieber wissen sollten

Service | Düsseldorf · Frisch zurück von der Fernreise und plötzlich setzt hohes Fieber ein? Es könnte eine eingeschleppte Dengue-Infektion sein. In Brasilien etwa gibt es mehr als 5 Millionen Infektionen und bereits rund 3000 Tote. Was man über die sogenannte Knochenbrecherkrankheit wissen sollte.

Eine Stechmücke der Art „Aedes aegypti“, auch Gelbfiebermücke, Denguemücke oder Ägyptische Tigermücke genannt. Sie überträgt verschiedene Krankheiten, darunter das Dengue-Fieber. (Symbolbild/ Archiv)

Eine Stechmücke der Art „Aedes aegypti“, auch Gelbfiebermücke, Denguemücke oder Ägyptische Tigermücke genannt. Sie überträgt verschiedene Krankheiten, darunter das Dengue-Fieber. (Symbolbild/ Archiv)

Foto: dpa-tmn/Gustavo Amador

Mückenarten, die das Dengue-Fieber übertragen - ihnen begegnen Reisende vor allem in tropischen Regionen in Asien, Afrika und Südamerika. Das Dengue-Fieber – wegen der Schmerzen manchmal auch „Knochenbrecherkrankheit“ genannt - ist in den Tropen und Subtropen weitverbreitet. Häufig sind die Verläufe aber mild und nicht jeder Infizierte erkrankt.

Fünf Millionen Infektionen in Brasilien

Die Dengue-Epidemie in Brasilien greift immer weiter um sich. Seit Jahresbeginn wurden in dem südamerikanischen Land 5,1 Millionen bestätigte und wahrscheinliche Infektionen mit dem Dengue-Virus registriert, wie das Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte. Es handelt sich um den schwersten Dengue-Ausbruch in der Geschichte Brasiliens. Bei der zuvor größten Epidemie 2015 wurden im ganzen Jahr rund 1,6 Millionen Dengue-Fälle gezählt.

Bislang wurden 2827 Todesfälle aufgrund einer Dengue-Infektion bestätigt, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. 2712 weitere Verdachtsfälle werden derzeit noch untersucht.

Was die Epidemie in Brasilien ausgelöst hat

Auslöser für den starken Anstieg dürften die heftigen Regenfälle und die hohen Temperaturen der vergangenen Monate sein. Unter diesen Bedingungen kann sich die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) besonders gut entwickeln, die die Dengue-Viren überträgt.

Dengue-Infektionen in Deutschland und Europa

Doch auch in Europa können Mücken Menschen damit infizieren, zum Beispiel auf der portugiesischen Insel Madeira. Darauf macht das CRM Centrum für Reisemedizin aufmerksam. Pro Jahr werden in Deutschland mehrere 100 bis über 1000 eingeschleppte Dengue-Infektionen erfasst. Knapp jede und jeder dritte Betroffene kam von einer Thailand-Reise zurück.

Symptome und Inkubationszeit von Dengue-Fieber

Bei welchen Symptomen sollten Reisende und Reiserückkehrer an Dengue denken? Vorab: Nur rund jede vierte Infektion geht mit Krankheitssymptomen einher, heißt es vom CRM.

Wenn sie es tut, dann beginnt die Erkrankung oft mit plötzlichem, hohem Fieber. Weitere Anzeichen: Gliederschmerzen und Kopfschmerzen, das gefühlt hinter den Augen sitzt. Außerdem kann es zu flächigen Hautausschlägen kommen, die wie ein Sonnenbrand aussehen. Das Fieber hört bei einer Dengue-Infektion nach vier bis fünf Tagen von alleine wieder auf. Hält es an oder verläuft in Schüben, spreche das gegen Dengue.

Das gilt auch, wenn sich erst mehr als zwei Wochen nach der Reiserückkehr Symptome zeigen. Denn: Die Inkubationszeit liegt meist bei vier bis sieben Tagen, in Einzelfällen kann sie länger sein.

Schwere Verläufe bei rund einem Prozent der Infektionen

Bei einem kleinen Teil der Betroffenen - einem Prozent, so das CRM - kommt es zu schweren Verläufen. Ursache dafür ist, dass die Infektion feine Blutgefäße durchlässig werden lässt. So kann Flüssigkeit aus dem Gewebe ins Blut eintreten.

Warnsignale dafür sind Bauchschmerzen, anhaltendes Erbrechen, Luftnot oder Blutungen der Schleimhäute, zum Beispiel des Zahnfleisches.

Gerade um den fünften Krankheitstag herum sollte man darauf achten, ob sich diese Beschwerden zeigen, rät das CRM. Bleiben schwere Verläufe unbehandelt, können sie tödlich enden. Gut zu wissen: Bei der ersten Dengue-Infektion ist ein schwerer Verlauf selten.

Wie Reisende vorbeugen können

Wer in ein Gebiet reist, in dem Dengue übertragen wird, braucht guten Mückenschutz. Vor Stichen können sich Reisende mithilfe von Repellents schützen, die auf die Haut aufgetragen werden und Mücken fernhalten. Auch Kleidung schützt.

Es gibt zwei Impfstoffe gegen das Dengue-Fieber - darunter einer, der für Reisende infrage kommt. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hat das Vakzin Qdenga Ende 2022 zugelassen, und zwar für Erwachsene und für Kinder ab vier Jahren. Die Ständige Impfkommission Stiko prüft derzeit eine mögliche Impfempfehlung für Reisende in Dengue-Gebiete.

(aku/kalux/dpa)
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