Was die Welt bewegt: "Das Gleiche in Grün" — woher?

Was die Welt bewegt : "Das Gleiche in Grün" — woher?

Düsseldorf (RP). Woher kommt eigentlich der Ausdruck 'Das Gleiche in Grün'? Warum gibt's das Gleiche nicht in Gelb, Rot oder Rosa?

Im Oktober 1921 wurde der Citroën 5 CV, ein populärer Kleinwagen, auf dem Pariser Automobilsalon der Öffentlichkeit präsentiert. Zunächst ausschließlich als Zweisitzer in knallig-gelber Lackierung erhältlich, "petit citron" genannt, kam er Wagen drei Jahre später serienmäßig mit drei Sitzplätzen daher.

Der Firma Opel gefiel das Automobil so gut, dass man es kurzerhand kopierte und unter der Typenbezeichnung 4 PS im Frühjahr 1924 auf den Markt brachtet. Einziger, auf den ersten Blick sichtbarer Unterschied: Statt zitronengelb war das Gefährt grasgrün.

Der Opel 4/12 PS, das Grundmodell, war das erste in Deutschland am Fließband gebaute Automobil und wurde bis 1926 produziert. Schnell hatte es seinen Spitznamen weg: Opel Laubfrosch. Das Vehikel war ein detailliertes Plagiat des französischen Citroën.

Ein vom französischen Autobauer angestrengter Prozess um Lizenzgebühren wurde vor dem Landesgericht Berlin abgewiesen — vordergründig mit der Unterscheidung zum Original etwa in Sachen Rechtslenkung, anderer Form des Kühlergrills und eben grüner Farbe.

Trotzdem wurden später einige Veränderungen an Motor und Karosserie vorgenommen. Die deutsch-französische Episode ging in den deutschen Sprachschatz ein — seit dieser Zeit gibt's den Ausdruck "Das Gleiche in Grün".

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