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Das beste Album zwischen den Jahren

Das beste Album zwischen den Jahren

Rap Wenn man möchte, dass niemand etwas von seiner neuen Platte mitbekommt, sollte man sie so veröffentlichen wie Run The Jewels: am ersten Weihnachtstag. Hier war es gerade Nachmittag, also Kaffee-und-Kuchen-Zeit, als das Rap-Duo aus New York und Atlanta sein neues Album ins Internet stellte, in den USA war es morgens, also der Moment, auf den dort traditionell die Bescherung fällt. Unterm Baum lag "Run The Jewels 3" dort darum nirgends, zumal es die Platte bislang ohnehin nicht zu kaufen gibt.

Rap Wenn man möchte, dass niemand etwas von seiner neuen Platte mitbekommt, sollte man sie so veröffentlichen wie Run The Jewels: am ersten Weihnachtstag. Hier war es gerade Nachmittag, also Kaffee-und-Kuchen-Zeit, als das Rap-Duo aus New York und Atlanta sein neues Album ins Internet stellte, in den USA war es morgens, also der Moment, auf den dort traditionell die Bescherung fällt. Unterm Baum lag "Run The Jewels 3" dort darum nirgends, zumal es die Platte bislang ohnehin nicht zu kaufen gibt.

Die Rapper bieten sie stattdessen zum kostenlosen Herunterladen auf ihrer Internetseite an. Eigentlich sollte das neue Album der Rapper mit den eigenartig geschmacksunsicheren Künstlernamen, Killer Mike und El-P, erst Ende Januar erscheinen, aber nach diesem verrückten Jahr 2016, schrieben sie auf Facebook, fühlte es sich richtig an, die Platte gleich zu veröffentlichen: "Wir wissen nicht, worauf wir noch warten sollen." Jedenfalls ist das Album jetzt da, und vielleicht als Kommentar auf das gerade abgelaufene und ziemlich gebrauchte Jahr zu verstehen, auf das, was kommt, sowieso.

"You defeat the devil when you hold onto hope" - heißt es einmal, und der Teufel sitzt für Run The Jewels im Trump-Tower auf der Fifth Avenue. Killer Mike, der bürgerlich Michael Render heißt, hatte sich im Vorwahlkampf für den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Bernie Sanders stark gemacht, während sich El-P lieber raushielt und in Brooklyn ein jüdisches Deli eröffnete. Nun sind sie zurück, beklagen gemeinsam die sozialen und wirtschaftlichen Umstände im Land und den schwelenden Rassismus, aber sie zetern nicht, sie bellen.

Meistens sind Run The Jewels stinksauer und rasend schnell; das klingt wie 100-Meter-Lauf auf Albumlänge. Sie haben eine Schar handverlesener Gäste zum Mitmachen eingeladen: Danny Brown zum Beispiel, der sein Protestalbum im vergangenen Sommer veröffentlichte, der Jazz-Saxofonist Kamasi Washington ist dabei und der immer wütende Zack de la Rocha. Diesen Monat erscheint das Album denn auch noch auf CD und Schallplatte. Am 20.

Januar, dem Tag von Donald Trumps Amtseinführung.

(RP)