Abschlussarbeiten veröffentlichen: Was tun mit der BA-Arbeit?

Abschlussarbeiten veröffentlichen : Was tun mit der BA-Arbeit?

Anstatt sie in der Schublade verstauben zu lassen, kann man seine Abschlussarbeit veröffentlichen. Das macht vor allem Sinn, wenn man eine wissenschaftliche Karriere anstrebt.

Wer gerade an seiner Bachelor- oder Masterarbeit sitzt oder diese sogar schon abgegeben hat, weiß, dass in solch einer Abschlussarbeit viel Zeit und Aufwand steckt. Deshalb sollte man sich am besten schon gleich zu Beginn des Schreibprozesses überlegen, was mit der Arbeit erreicht werden soll.

Manchen Schreibern geht es einfach nur darum, möglichst schnell seinen Abschluss zu bekommen, um dann endgültig die Uni zu verlassen und in der Arbeitswelt durchzustarten. Wer jedoch eine akademische Laufbahn anstrebt, sollte darüber nachdenken, seine Abschlussarbeit zu veröffentlichen.

Und auch für diejenigen, die sich große Mühe beim Schreiben gegeben haben, ist es eigentlich zu schade, die Arbeit am Ende einfach in einer Schreibtischschublade verstauben zu lassen.

Raphael Kösters, der am Sozialwissenschaftlichen Institut der Heinrich-Heine-Universität seine Masterarbeit geschrieben hat, wird diese demnächst veröffentlichen. Der Absolvent hat sich aber dagegen entschieden, seine komplette Arbeit drucken zu lassen.

Stattdessen wird eine gekürzte Fassung mit dem Titel "Doch mehr als Klatsch und Tratsch? Politikberichterstattung in Boulevardmagazinen des Fernsehens" in einem Herausgeberband erscheinen. "Ich bin mittlerweile als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität tätig und habe ein Interesse daran, meine wissenschaftliche Arbeit der Fachgemeinde zur Verfügung zu stellen", so Raphael.

Für seine Abschlussarbeit wurde er sogar mit dem Heinrich-Heine-Journalismuspreis ausgezeichnet. Um die Nominierung musste er sich nicht kümmern, da die Betreuer seiner Masterarbeit ihn für den Preis vorgeschlagen haben.

Auch Kim Strütjen, die ihren Master in Linguistik gemacht hat, wurde für ihre hervorragende Abschlussarbeit ausgezeichnet. Das Prüfungsamt der Universität hat ihre Note an den Verein "FörderLink e.V." weitergegeben, so dass auch Kim sich nicht um die Formalitäten kümmern musste. Ihre preisgekrönte Arbeit möchte die Absolventin demnächst auch veröffentlichen.

"Ich habe mit meiner Promotion angefangen und es ist als junge Wissenschaftlerin wichtig, bei Kollegen bekannt zu werden. Und das gelingt eben nur durch Veröffentlichungen und Konferenzteilnahmen", sagt Kim.

Wer plant, seine Arbeit zu veröffentlichen, sollte frühzeitig mit seinen Betreuern über das Vorhaben sprechen. Diese wissen in der Regel nämlich, wie man eine Publikation angehen muss. Außerdem bietet es sich an, mit Universitätsverlagen in Kontakt zu treten. Dank Anbietern wie Apple, Grin.com oder Amazon ist es zudem möglich, auch ohne einen Verlag im Rücken seine Arbeit als E-Book zu veröffentlichen.

Die Veröffentlichung ist auf diesem Weg meist kostenlos, wobei das Hochladen von PDF-Dateien im Handumdrehen erledigt ist. Der Vorteil von E-Books besteht darin, dass sie schnell erstellt sind und ganz einfach auf der eigenen Internetseite eingebunden werden können. Mit etwas Geschick können Absolventen auch auf diesem Weg in Fachkreisen wahrgenommen werden und ihre Reputation steigern.

(RP)
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