Campusmedien: Irgendwas mit Medien

Campusmedien : Irgendwas mit Medien

Eine eigene Sendung im Radio moderieren oder doch lieber einen Artikel über die Wahl des Studierendenparlaments schreiben? Bei den Campusmedien ist alles möglich. Hochschulradios und Studentenzeitungen sind deshalb die perfekten Anlaufstellen für all diejenigen, die "irgendwas mit Medien" machen wollen.

Eigentlich wollte Jessica Schäfers gar nicht beim Hochschulradio Düsseldorf mitarbeiten. Seit Juli ist sie sogar die Chefredakteurin des Senders. Angefangen hat alles im Dezember 2013. Damals arbeitete Jessicas Freundin, die sie aus ihrem Germanistik- und Philosophie-Studium kannte, beim Hochschulradio. "Wie kann man da nur schon um sechs Uhr hingehen?", fragte sich Jessica und entschloss sich dazu, auch einmal im Studio vorbeizuschauen. Die Arbeit im Sender machte ihr jedoch so viel Spaß, dass sie parallel zum Studium weitermachte.

Mittlerweile studiert die 23-Jährige im neunten Semester. Dass sie über der Regelstudienzeit von sechs Semestern liegt, stört sie nicht. Dafür hat sie einige Erfahrungen beim Hochschulradio gesammelt. "Da die Hierarchien im Sender sehr flach sind, kann man innerhalb kurzer Zeit weit kommen und sogar selbst moderieren", sagt Jessica. Ihr gefällt vor allem, dass sie eigene Ideen umsetzen kann. Seitdem sie zur Chefredakteurin ernannt wurde, kommt sie aber kaum noch dazu, eigene Beiträge zu produzieren. Zu ihren Hauptaufgaben gehören stattdessen das Planen von Sendungen und das Abnehmen von Beiträgen. Außerdem hat die Studentin einen vollen Terminkalender, da sie unter anderem auch den Kontakt zur Landesanstalt für Medien pflegt.

Stecken viel Zeit in ihr Hobby Hochschulradio: Franziska Schnitzler, Jessica Schäfers, Sophia Rohan, Dennis Fanty, Julia Rieger und Laura Seithümmer. Foto: Christoph Goettert

Vier Tage in der Woche ist Jessica in der Redaktion. Oft verlässt sie die Räume nicht vor 22 Uhr. Auch die 35 bis 40 anderen Mitarbeiter des Hochschulradios stecken viel Zeit in ihr Hobby, das sie fast alle später einmal zum Beruf machen wollen. "Ich bin oft selbst darüber verwundert, wie viele bei uns mitarbeiten wollen. Das ist ja schließlich auf freiwilliger Basis und unbezahlt", sagt die Chefredakteurin.

Auch die Kölner Studierendenzeitung (kurz ksz) kann sich über Mitarbeitermangel nicht beschweren. Selbst angehende Journalisten wie Tobias Pastoors lernen bei dem Campusmedium noch Einiges dazu. "Bei der ksz haben wir echt viele Leute mit einer Menge Arbeitserfahrung", sagt Pastoors, der seit Mitte 2015 bei der Studierendenzeitung ist und an der Kölner Journalistenschule studiert.

"Andersherum profitieren diese aber auch von den neuen und unkonventionellen Ideen der Unerfahrenen", meint der Student, der am liebsten über Hochschulpolitik berichtet. Neben dem Campusleben und der Politik in der Stadt rückt auch immer stärker das Weltgeschehen in den Fokus der Berichterstattung. Wer Lust hat, die unterschiedlichen journalistischen Darstellungsformen auszuprobieren, ist bei der ksz ebenfalls an der richtigen Adresse. "Die Studierendenzeitung ist auf jeden Fall ein super Einstieg für alle, die Journalist werden wollen", findet Pastoors.

(RP)
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