Finanzierung: Alternativen zum Bafög

Finanzierung : Alternativen zum Bafög

Die Finanzierung des Studiums ist für die Studenten auch über Stipendien möglich. Ein Überblick

Stell Dir vor, Du bekommst Bafög und musst kein Geld zurückzahlen. Was sich für viele Studenten wie ein Traum anhört, wird für Empfänger eines Stipendiums oft Wirklichkeit. Nach Angaben des Deutschen Studentenwerks erhalten derzeit gut vier Prozent aller Studierenden diese spezielle Förderung. Mehr als 22.000 Stiftungen mit entsprechenden Angeboten sind im Verzeichnis des Bundesverbands Deutscher Stiftungen gelistet. Durchschnittlich erhalten die Stipendiaten knapp 350 Euro monatlich als Zuschuss. Wie lange und wie hoch die Zahlungen ausfallen, richtet sich meist nach dem Bafög-Satz des Studenten.

Stipendien sind aber nicht etwa nur etwas für Überflieger. Der Begriff "Begabtenförderung" trifft zwar den Kern der Sache, keinesfalls entscheiden aber nur die Noten. Aspekte wie soziales oder politisches Engagement und ein generell kritischer Geist können ebenfalls einfließen. Überdurchschnittliche Abiturnoten und ein positives Gutachten von Dozenten oder Professoren sind meist Bewerbungsvoraussetzung.

Organisationen aus verschiedenen Bereichen vergeben Stipendien. So zum Beispiel die Kirche, Parteien, der Staat, die Wirtschaft, Kommunen oder private Stiftungen. In ihrem Ratgeber "Clever Studieren - mit der richtigen Finanzierung", den Sina Groß für die Verbraucherzentrale NRW geschrieben hat, widmet die Journalistin dem Thema ein ganzes Kapitel und stellt klar: "Nicht jeder Student kommt für jedes Stipendium infrage". Jede Stiftung stellt eigene Bedingungen und bei manchen müssen die Studenten vorgeschlagen werden.

"Organisationen, die ein Stipendium vergeben, haben kein Geld zu verschenken. Vorrangig wollen sie Studierende unterstützen, die dazu beitragen können, die Stiftungsziele zu erreichen", erklärt Sina Groß.

Hat der potenzielle Stipendiat die Organisation davon überzeugt, dass die Inhalte seines Studiums und seine Persönlichkeit passend sind, darf er sich auf Unterstützung freuen, auch zum Beispiel durch Seminare, Kontakt zu Berufstätigen oder dem Zugang zu Praktika. "Als Stipendiat ist man einem sehr starken Leistungsdruck ausgesetzt", gibt die Expertin aber zu bedenken. Die Studierenden müssen oft Berichte über die Fortschritte in ihrem Studium vorlegen und sich aktiv einbringen.

Zusätzlich zu den umfangreichen Informationen, die Sina Groß in ihrem Ratgeber gibt, lohnt sich auch ein Besuch bei der Studienberatung an einer der betreffenden Hochschulen in Nordrhein-Westfalen.

Der Ratgeber "Clever studieren - mit der richtigen Finanzierung" in Kooperation mit der Verbraucherzentrale NRW ist im Internet bestellbar: www.vz-ratgeber.de

(RP)
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