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DNA-Analysen: Britische Labors untersuchen mutmaßliche Yeti-Haare

DNA-Analysen : Britische Labors untersuchen mutmaßliche Yeti-Haare

London (RPO). In Großbritannien werden mit DNA-Analysen Tierhaare aus dem indischen Dschungel untersucht. Die Haare werden dem sagenumwobenen Menschenaffen Yeti zugeschrieben.

Die Haarproben ähnelten in einigen Zügen denjenigen, die der Erstbesteiger des Mount Everest, Sir Edmund Hillary, in den 50er Jahren vom Himalaya mitgebracht hatte, sagte der Primatenexperte Ian Redmond am Montag. Unter dem Mikroskop zeigten sie sowohl Eigenschaften menschlicher Haare als auch der von Orang-Utans. "Diese Haare sind ein Rätsel. Sie könnten von einer neuen Art stammen, und mit etwas Glück werden die DNA-Analysen mehr Aufschluss bringen", sagte Redmond der Nachrichtenagentur AFP.

Der BBC-Reporter Alastair Lawson hatte in diesem Jahr zwei angebliche Yeti-Haare nach Großbritannien gebracht. Er hatte sie vom indischen Yeti-Experten Dipu Marak bekommen, der sie im Dschungel des nordöstlichen Bundesstaates Meghalaya gefunden hatte. Dort hatte es zuvor Berichte über Sichtungen des Yeti gegeben. Marak glaubt, dass die Haare von einer affenähnlichen indischen Version des legendären Schneemenschen Yeti stammen, die im Volksglauben als Mande Barung bekannt ist und bis zu drei Meter groß sein soll.

Primatenexperte Redmond und sein Team untersuchten die 3,3 und 4,4 Zentimeter langen Haare unter dem Elektronenmikroskop und verglichen sie mit Haaren von asiatischen Schwarzbären, Yaks, Orang-Utans und Gorillas sowie mit einem Haar aus Redmonds Bart. Außerdem nahm Redmond Kontakt zu dem Labor auf, das die in den 50er Jahren von Sir Edmund Hillary vom Mount Everest mitgebrachten Haare untersucht hatte. Dabei stellte sich eine Ähnlichkeit zwischen beiden Proben heraus. Jetzt werden die Haare in Labors in Oxford und Cardiff gentechnisch unter die Lupe genommen.

Redmond bekannte, er sei aufgeregt und ängstlich zugleich bei der Aussicht auf einen möglichen wissenschaftlichen Durchbruch. Sollten die Haare tatsächlich von einer bisher unbekannten Tierart stammen, sorge er sich um einen möglichen Ansturm auf die betroffene Urwaldregion. "Wenn wir etwas Ungewöhnliches herausfinden, so würde es sich um eine sehr kleine Tierpopulation handeln", gab der Forscher zu bedenken. Er wolle verhindern, dass Indien dann mit Anfragen von Leuten überschüttet werde, die ein Exemplar fürs Museum wollten: "Wir müssen uns diesem Thema nach Art des 21. Jahrhunderts nähern und nicht nach Art des 19. Jahrhunderts. "

(afp)