Düsseldorf: Wie man eine gute Hausarbeit schreibt

Düsseldorf: Wie man eine gute Hausarbeit schreibt

Oft wird sie auf den letzten Drücker verfasst. Dabei lohnt es sich, das Schreiben zu perfektionieren - denn es geht es um wichtige Punkte.

Ob direkt im ersten Semester oder später im Verlauf des Studiums: Früher oder später muss sie geschrieben werden - die erste Hausarbeit. "Für viele Studierende ist das aber totales Neuland und sie haben Probleme mit dem Schreiben", sagt Heike Kröpke vom Hochschulzentrum für Lehre und Lernen der Hochschule Niederrhein. "Deshalb sind unsere zusätzlichen Workshop-Angebote zum wissenschaftlichen Schreiben immer sehr gut besucht." Mit folgenden Tipps schafft man es, die Hausarbeit zu bewältigen:

Thema

Wenn irgendwie möglich, sollte man sich das Thema selbst aussuchen - so kann man sich oft besser damit identifizieren, als wenn der Dozent es zugeteilt hat. Überhaupt der Dozent: Mit ihm sollten die Studierenden im Gespräch bleiben: "Es kommt vor, dass Studierende sich unter der Aufgabe nichts vorstellen können oder nicht genau wissen, welchen Themenaspekt sie eigentlich genau beleuchten sollen", sagt Heike Kröpke. "Das kann ihnen aber nur der Dozent beantworten." Mit ihm sollte man sich auf eine Fragestellung festlegen und das Thema eingrenzen. Sonst beschäftigt man sich am Ende ausufernd mit etwas, das gar nicht gefragt war - und das wirkt sich negativ auf die Note aus.

Gliederung

Sie ist vor Beginn der Literaturrecherche das A und O. In der Gliederung müssen unter anderem folgende Aspekte berücksichtigt werden: Welche theoretischen Hintergründe muss ich für meine Fragestellung erklären? Welche Definitionen muss ich vorstellen? Welche Positionen, Meinungen und Hypothesen muss ich präsentieren? "Auch sollte ich mir an der Stelle schon überlegen, wie viele Seiten ich maximal schreiben darf, und wie ich einzelne Aspekte mengenmäßig aufteile", sagt Heike Kröpke. "Ich muss das Thema eingrenzen. Es gilt das Prinzip: Weniger ist mehr."

Literatur

Das gilt auch für die Literaturrecherche. Diese sollte gründlich sein, aber nicht ausufern. Es macht wenig Sinn, drei Regale der Bibliothek mit nach Hause zu nehmen, stattdessen sollten Bücher, Internetquellen oder einzelne Artikel gezielt ausgewählt werden. Übrigens bieten die Bibliotheken der Hochschulen auch Recherche-Beratungen an und helfen, wenn man nicht das Passende findet. Um die eigene Fragestellung im Blick zu behalten, ist es wichtig, Mut zur Lücke zu beweisen. "Ich brauche bei einer Seminararbeit nicht unbedingt zwanzig verschiedene Quellen, die letztlich aber nicht richtig zu meinem Thema passen", sagt Heike Kröpke.

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Schreibprozess

Wer mit dem Schreibprozess startet, sollte nicht mit der Einleitung beginnen. "Das größte Problem für die Studierenden ist immer, dass sie vor dem leeren Blatt sitzen und nicht wissen, wie und womit sie anfangen sollen", sagt Kröpke. "Man sollte deshalb mit dem Kapitel beginnen, bei dem man sich am sichersten fühlt." Die Kapitel kann man zunächst einzeln abspeichern und sie erst später ins Hauptdokument einfügen. So lässt man sich zunächst nicht ablenken - etwa von Formatierungsfragen. Wie man zu zitieren hat und wie das Quellenverzeichnis aussehen soll, auch dazu sollte man seinen Dozenten befragen. "Da gibt es durchaus individuelle Vorlieben", sagt die Expertin. Die Einleitung sollte man am besten am Ende schreiben und sie Inhalt und Fazit anpassen. Das Fazit ist im Übrigen besonders wichtig, denn eine wissenschaftliche Arbeit erfordert zwingend das Darstellen der eigenen Meinung. Für eine gute Note muss im Fazit der eigene Standpunkt zur Fragestellung erläutert werden.

Zeitplan

An der zeitlichen Planung scheitern viele Studierende. Denn irgendwie schrumpfen die Semesterferien, die man eigentlich als Zeitfenster für die Hausarbeit frei hatte, ganz schnell in sich zusammen. "Es gilt, sich einen wirklichen Zeitplan pro Tag zu erstellen", sagt Heike Kröpke. "Darin muss ich beispielsweise auch meinen Job, meine Hobbys und den Besuch der Eltern berücksichtigen." Nach dem Motto: Dienstagvormittag schreibe ich Kapitel X, Mittwochnachmittag lese ich Buch Y. Das Schreiben sollte man in Häppchen aufteilen, kleine Schritte machen, sich realistische Ziele stecken. So verliert man nicht so schnell die Motivation, weil man das, was man sich vorgenommen hat, tatsächlich schafft. Wichtig: Zeiten für das Layout und diverse Korrekturschleifen einbauen - und immer genug Puffer lassen.

Korrektur

Grundsätzlich sollte man die Arbeit noch einmal anderen Leuten zum Korrekturlesen geben - das können Kommilitonen ebenso sein wie die Familie. Fachfremde Leser können Input an unklaren Stellen geben.

(RP)
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