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Bildung: Was der Bachelor-Grad wert ist

Bildung : Was der Bachelor-Grad wert ist

Eine Umfrage unter angehenden Abiturienten hat ergeben: Schüler sehen gute Berufs-Chancen mit einem Bachelor-Abschluss, wollen aber dennoch einen Master draufsatteln – und schrecken vor Gebühren nicht zurück.

Eine Umfrage unter angehenden Abiturienten hat ergeben: Schüler sehen gute Berufs-Chancen mit einem Bachelor-Abschluss, wollen aber dennoch einen Master draufsatteln — und schrecken vor Gebühren nicht zurück.

Wenn man beobachtet, in welch dichter Folge Umfragen und Studien zu Verhalten und Einstellungen von Studenten veröffentlicht werden, könnte man zu der Überzeugung gelangen, dass Studenten zu den bestuntersuchten Gesellschaftsgruppen der Gegenwart zählen.

Ob man den Ergebnissen trauen darf, darüber bestehen unterschiedliche Ansichten. Jedenfalls tut man gut daran, bei jeder Umfrage, jeder Studie darauf zu achten, wer sie in Auftrag gegeben hat und wie sie dem Auftraggeber nutzen könnte.

Die Einstieg GmbH in Köln, Veranstalter von Hochschul-Messen, Herausgeber eines Magazins und Betreiber einer sich gleichfalls an Schulabgänger richtenden Internet-Seite, hat zwischen Oktober 2012 und Februar 2013 mit Unterstützung zahlreicher Unternehmen und überwiegend privater Hochschulen knapp 700 Abiturienten und jüngere Schüler zum Thema Bachelor befragt.

Die wichtigsten Ergebnisse: Die Schüler wissen früh, dass (und was) sie studieren wollen, fühlen sich nicht ausreichend informiert, sehen gute Berufs-Chancen mit einem Bachelor-Abschluss, wollen dennoch einen Master draufsatteln und schrecken für ihren Wunschstudienplatz nicht vor Gebühren zurück. Das heißt, sie ziehen auch private Hochschulen in Betracht.

"Praxisnähe" immer wichtiger

Für viele der Befragten ist "Praxisnähe" ein wichtiges Kriterium bei der Wahl ihrer künftigen Hochschule. Entsprechend groß sind die Sympathien für ein duales Studium. Für 67 Prozent stellt eine solche Verbindung von Berufstätigkeit und Studium eine Alternative dar.

Ein überraschendes Ergebnis der Umfrage: Die Studieninteressierten setzen Vertrauen in den Bachelor-Abschluss. Drei Viertel schätzen ihre Arbeitsmarktchancen mit einem solchen Abschluss als gut oder sogar sehr gut ein. Dennoch reicht ihnen der Bachelor-Grad nicht. 44 Prozent sind bereits vor dem Beginn ihres Erststudiums entschlossen, nach dem Bachelor-Abschluss weiter zu studieren. Nur acht Prozent sind sich sicher, dass nach dem Bachelor für sie Schluss ist an der Hochschule.

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Die hohe Wertschätzung des Bachelor-Abschlusses, welche die befragten Schüler und Schulabgänger an den Tag legten, spiegelt nicht unbedingt generell die Stimmung unter den Studenten. Einer vor einem Jahr veröffentlichten Studie des Stifterverbands für die deutsche Wissenschaft und des Hochschul-Informations-Systems zufolge fühlen sich viele Studenten mit dem Bachelor nicht gut auf den Beruf vorbereitet und wollen sich deshalb mit einem Master weiterqualifizieren, bevor sie sich auf eine Stelle bewerben. Die Hochschulen hatten ursprünglich damit gerechnet, dass nur ein Drittel der Bachelor-Absolventen ein Master-Studium anhängt. Es wurden aber mehr als doppelt so viele.

Personalchefs teilen die Sorgen der Studenten nicht. Auch sie äußerten sich damals per Fragebogen. Viele von ihnen betonten, dass die Art des Abschlusses nicht unbedingt darüber entscheide, für welche Einstiegsposition ein Bewerber vorgesehen ist. Wichtiger als der Abschluss sei das Gesamtprofil: Auslandserfahrung, Praktika und gesellschaftliches Engagement. Bachelor-Absolventen sollten also darüber nachdenken, ob sie den Master-Abschluss wirklich benötigen. Wer zuerst einmal den Sprung in den Beruf wagt, kann sich auch später noch weiterqualifizieren.

Die Einstieg GmbH stellte uns auch eine Auswertung ihrer Ergebnisse für den Bereich Nordrhein-Westfalen zur Verfügung. Hier einige Auszüge:

Hier geht es zur Infostrecke: Die wichtigsten Antworten zum Bafög

(jco)