Studenten-Leben: Vom schlechten Verkauf einer schlechten Nachricht

Studenten-Leben : Vom schlechten Verkauf einer schlechten Nachricht

Als Student einer vergleichsweise kleinen Hochschule bekomme ich von Freunden oft zu hören, wie gut ich es doch hätte. Vorteile wie kleine Klassen oder der kurze Draht zu den Professoren sind tatsächlich schwer zu leugnen.

Ein Privileg, auf das wir dagegen verzichten müssen, ist das NRW-Ticket: jene Karte, mit der Studenten semesterweise freie Fahrt im gesamten Bundesland genießen. Im Gegenzug gab es bislang für 112,70 Euro ein Halbjahresticket für den Kölner Raum. Weil viele Kommilitonen jedoch nicht einsehen, dass sie mehr Geld für weniger Leistung ausgeben sollen, verzichten sie gleich ganz darauf. Die Hochschule muss aber Tickets für alle Studenten abnehmen und legt ihre Mehrkosten jetzt auf die Zahler um. Rund 25 Prozent teurer wird es jetzt.

Schlimmer als die eigentliche Erhöhung ist aber die schriftliche Begründung. Von einem "moderaten" Preisanstieg wird da gesprochen. Der Duden umschreibt "moderat" mit gemäßigt, und Lebensmittelhändler gebrauchen das Wort, wenn der Milchpreis um zwei Cent steigt. Von einer Hochschule, die uns lehrt, mit Sprache umzugehen, erwarte ich schon eine originellere Begründung für eine schlechte Nachricht. Ums Zahlen führt für mich ohnehin kein Weg herum.

(RP)
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