Köln: Studie: Lehramtsstudenten kaum auf Ausländer vorbereitet

Köln : Studie: Lehramtsstudenten kaum auf Ausländer vorbereitet

Die Lehramtsanwärter werden einer Studie zufolge im Studium nicht genug auf ausländische Schüler mit mangelnden Deutschkenntnissen vorbereitet. Für angehende Deutschlehrer sind bei der Hälfte der bundesweiten Lehramtsstudiengänge Seminare zur Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache verpflichtend, wie das Mercator-Institut jetzt in Köln zu den Ergebnissen der Untersuchung mitteilte. Für alle anderen Unterrichtsfächer liegt der Anteil bei nur etwa 40 Prozent. Für angehende Lehrkräfte an Berufsschulen sowie Haupt- und Realschulen bietet demnach nur ein Drittel der Hochschulen verpflichtende Seminare an. Besser sieht es bei Studiengängen für Grundschullehrer aus: 69 Prozent der Hochschulen in Deutschland haben für den Primarstufenbereich Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache auf dem Semesterplan integriert.

Der Direktor des Mercator-Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache, Michael Becker-Mrotzek, forderte hochschulübergreifende, verpflichtende Regelungen. Sprachförderung dürfe sich nicht auf einzelne Lehrämter und Fächer beschränken. Sprachliche Bildung spiele beispielsweise auch im Fach Mathematik an Haupt- und Realschulen oder in der Berufsschule eine wichtige Rolle. Der Bedarf an geschulten Lehrkräften sei groß, knapp ein Drittel aller Schüler in Deutschland hätten Statistiken zufolge einen Migrationshintergrund, erklärte Becker-Mrotzek. Die Anzahl der zugewanderten Kinder, die ohne Deutschkenntnisse an die Schule kommen, steige stetig.

Nur in Nordrhein-Westfalen ist den Angaben zufolge ein verpflichtendes Modul für alle Lehramtsstudierenden gesetzlich vorgeschrieben. Darüber hinaus gibt es nur in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen ähnliche Regelungen.

Die Studie wurde auf einer Fachtagung zum Thema "Durchgängige Sprachbildung in der Schule" in Köln vorgestellt. Die nordrhein-westfälische Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) kündigte an, die Kultusministerkonferenz werde sowohl bei der Lehrerbildung als auch bei der Sprachbildung ihre Anstrengungen fortsetzen und weitere Initiativen starten.

(EPD)
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