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Ruhige Reaktionen: Schlechte Zeugnisse - Harte Strafen sind keine Hilfe

Ruhige Reaktionen : Schlechte Zeugnisse - Harte Strafen sind keine Hilfe

Hamburg (rpo). Bei schlechten Zeugnissen sollten Eltern ruhig und bedacht reagieren. Denn schlechte Zensuren können bei Schülern zu Angst und Resignation führen. Harte Strafen, persönliche Abwertung und moralischer Druck seien keine Hilfe, so die Psychotherapeutenkammer Hamburg.

"In keinem anderen Lebensalter mutet die Gesellschaft es ihren Mitgliedern zu, permanent mit Noten zwischen 1 und 6 bewertet zu werden", sagt Psychotherapeutin Petra Rupp. Den Kindern und Jugendlichen werde immer früher klar, dass die Schule Lebenschancen verteilt: Ein guter Abschluss sei die Voraussetzung, um überhaupt den Einstieg in eine berufliche Karriere zu schaffen.

Es sei wichtig, gemeinsam nach vorne zu schauen und Strategien für die Zukunft zu entwickeln. Das Beste sei ein offenes, vertrauensvolles Gespräch zwischen Eltern und Kindern, auch unter Mithilfe eines Verwandten oder Lehrers.

Für professionellen Rat stehen die Regionalen Beratungs- und Unterstützungsstellen (REBUS) der Schulbehörde, das Kinder- und Jugendtelefon sowie das Elterntelefon zur Verfügung.

Wenn Eltern fürchten, dass das Schulproblem Teil einer umfassenderen Krise ihres Kindes ist, sollte weitergehende Hilfe in Anspruch genommen werden.

"Äußern Heranwachsende depressive bis suizidale Gedanken und zeigen entsprechende Verhaltensweisen, sollten sich Eltern an niedergelassene Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten wenden", rät Rupp. Die Therapeuten könnten in Gesprächen herausfinden, ob Bedarf an einer längerfristigen Psychotherapie besteht.

Beratung und Hilfe erhalten Eltern, Kinder und Jugendliche zum Beispiel unter folgenden Telefonnummern:

Kinder- und Jugendtelefon: 0800-1110333 anonyme und kostenlose Beratung für Kinder und Jugendliche immer von Montag bis Freitag von 15 bis 19 Uhr

Elterntelefon: 0800-1110550 anonyme und kostenlose Beratung für Eltern immer Montag und Mittwoch von 9 bis 11 Uhr und Dienstag und Donnerstag von 17 bis 19 Uhr.

(afp)