Kamp-Lintfort: Rhein-Waal: Neuer Campus in Kamp-Lintfort

Kamp-Lintfort : Rhein-Waal: Neuer Campus in Kamp-Lintfort

Für 50 Millionen Euro sind um einen Platz herum Hochschulgebäude für 2000 Studenten entstanden.

Bis 2012 wurde im Bergwerk West Steinkohle gefördert. Jetzt beginnt in Sichtweite der Zeche im niederrheinischen Kamp-Lintfort die Zukunft. Zwei Jahre, nachdem die Hochschule Rhein-Waal in Kleve ihre Neubauten bezogen hatte, ist auch der neue Campus der Fakultät Kommunikation und Umwelt in Kamp-Lintfort fertiggestellt. Seit Beginn des Sommersemesters Mitte März lernen 1300 Studenten in den fünf modern ausgestatteten Gebäuden.

In etwa drei Jahren Bauzeit ließ der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW als Bauherr an der Friedrich-Heinrich-Allee auf einer Gesamtfläche von rund 19 054 Quadratmetern fünf Neubauten errichten. Herzstück des Gebäudeensembles mit seinen Fassaden aus Stahl, Aluminium, Glas und Klinkermauerwerk ist das Bibliotheks- und Hörsaalzentrum. Das Audimax, der größte von sieben Experimentierhörsälen, bietet Platz für 300 Studenten. Sie studieren am Kamp-Lintforter Standort der Hochschule unter anderem E-Government, Medien- und Kommunikationsinformatik, Mobilität und Logistik, Energie und Umwelt, Arbeits- und Organisationspsychologie sowie Design.

Die Hörsäle sind alle so ausgestattet, dass in Chemie- und Physik-Vorlesungen Experimente möglich sind. Neben Seminarräumen, Bibliothek und Mensa mit 288 Sitzplätzen gibt es auf dem Campus hochmodern ausgestattete Labore, PC-Pools für die Informatiker und Designer, großzügige Technikflächen und ein Technikum mit Werkstatthalle.

Dort wird die Fakultät bis Anfang 2015 ein FabLab (Fabrication Laboratory) einrichten, eine Hightech-Werkstatt, in der mit computergesteuerten Maschinen verschiedene Produkte hergestellt werden. Die ersten 3D-Drucker, CNC-Fräsen und Scanner sind bereits bestellt. Das Projekt, das von der EU gefördert wird, soll nicht nur den Studenten und Wissenschaftlern, sondern auch Schulen in der Region und allen Technikbegeisterten offen stehen.

Dekanin Ingeborg Schramm-Wölk verspricht sich viel vom Aufbau dieser Werkstatt: "Wir können unser Studienangebot deutlich erweitern und hoffen auf Spin-offs", sagt sie, also auf Unternehmensgründungen, die sich aus der Hochschule heraus entwickeln.

Das Technikum ist über eine verglaste Brücke mit dem Fakultätsgebäude verbunden. Im Bau gegenüber sind Präsidium, Verwaltung, das Zentrum für Forschung, Innovation und Transfer sowie weitere Einrichtungen untergebracht. Die Hochschulgebäude, die um einen Platz herum errichtet wurden, sind für 2000 Studenten ausgerichtet. Die Architektur ist das Resultat eines Wettbewerbs, der 2010 ausgelobt und vom pbr Planungsbüro Rohling gewonnen wurde. Die Baukosten betrugen 50 Millionen Euro.

(RP)
Mehr von RP ONLINE