Tipps für Studenten: Praktikum nach dem Studium vermeiden

Tipps für Studenten : Praktikum nach dem Studium vermeiden

Der Berufseinstieg fällt jungen Akademikern nicht immer leicht. Viele verzweifeln schnell und stürzen sich in ein Praktikum. Meist ist das der falsche Weg, sagt ein Experte. Denn für ein Praktikum ist es nach dem Studium eigentlich zu spät.

Mit einem Praktikum nach dem Studium verkaufen sich Absolventen in der Regel unter Wert. "Diejenigen, die ein Hochschulstudium abschließen, sind hoch qualifizierte Personen, und das sollte sich auch in den Arbeitsverträgen widerspiegeln", sagte Gregor Fabian vom Hochschul-Informations-Service (HIS) der Nachrichtenagentur dpa.

Statt nach dem Studium ein Praktikum zu machen, sollte man das schon während des Studiums tun. So könne das Praktikum etwa dabei helfen, sich im Studium zu spezialisieren und später leichter den Berufseinstieg zu schaffen.

Geisteswissenschaftler machen häufiger Praktikum

Nach Angaben des HIS macht etwa jeder zehnte Absolvent nach dem Studium noch ein Praktikum. "Das ist kein Massenphänomen", erläuterte Fabian. Überdurchschnittlich häufig seien es Absolventen geisteswissenschaftlicher Studiengänge, oft mit einem Medienbezug.

"Aber auch das bleibt eher die Ausnahme als die Regel." Im Vergleich relativ verbreitet sind Praktika auch nach einem Bachelor- oder Magister-Abschluss.

Dass der Berufseinstieg nach dem Studium nicht immer reibungslos klappe, sei normal. Fabian rät zur Gelassenheit. "In einem absehbaren Zeitraum sollte man sich schon die Stärke zutrauen zu sagen, ich nehme jetzt nicht den ersten Knochen auf, der mir zugeworfen wird." Man dürfe nicht nur den lückenlosen Lebenslauf im Kopf haben. "Panik ist nicht die richtige Reaktion." Vor allem für Architekten oder Geisteswissenschaftler sei ein holpriger Übergang die Regel.

Unbefristete Verträge seien für junge Absolventen immer mehr die Ausnahme. Mittelfristig erreichten jedoch die allermeisten Absolventen eine "angemessene Beschäftigung", sagte Fabian.

Unsicherheit nach dem Studium

Meistens ist nach Ansicht des Experten die Unsicherheit nach dem Studium der Hauptgrund für ein Praktikum. "Wer sich nicht sicher ist, wie es beruflich weitergeht, versucht häufig, über ein Praktikum Fuß zu fassen", erläuterte Fabian. In einigen Bereichen, wie zum Beispiel dem Mediensektor, gebe es die Vorstellung, ein Praktikum sei der einzige Weg, um später einen adäquaten Job zu bekommen.

Entscheidet man sich für ein Praktikum, sollte das Geld eher keine Rolle spielen. "Finanziell über ein Praktikum glücklich zu werden, ist eher unwahrscheinlich", sagte Fabian. Wichtiger sei der Inhalt der Tätigkeit. "Wenn es tatsächlich eine Möglichkeit gibt, wo man inhaltlich an das anknüpfen kann, was man im Studium schon begonnen hat, dann ist das natürlich angesagt." Auch um die Zeit bis zum Beginn eines festen Jobs zu überbrücken, seien Praktika eine Option.

Für einige Absolventen ergäben sich aus einem Praktikum berufliche Möglichkeiten. "Das direkte Angebot einer Erwerbstätigkeit nach dem Praktikum, das gibt es durchaus", sagte Fabian. Bei der Betreuung, Eingliederung in die Arbeitsaufgaben und Bezahlung der Praktika gebe es aber deutliche Unterschiede.

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(dpa)
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