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Debatte um Schulnoten und Bildung: Philologen halten Sitzenbleiben für unverzichtbar

Debatte um Schulnoten und Bildung : Philologen halten Sitzenbleiben für unverzichtbar

Sitzenbleiben kann aus Sicht des Deutschen Philologenverbandes sinnvoll sein und zu besseren Leistungen anspornen. Ein Wiederholungsjahr sollte aber intelligenter gestaltet werden, sagte der Vorsitzende des Verbandes, Heinz-Peter Meidinger, der Nachrichtenagentur dpa am Freitag in Frankfurt.

Besondere Förderung sollten Wiederholer in ihren schwachen Fächern bekommen, in den anderen könne die Zahl der Stunden reduziert werden. Die Debatte um das Sitzenbleiben - aktuell ausgelöst von Plänen der neuen rot-grünen Landesregierung in Niedersachsen - sei verlogen, sagte Meidinger. "Sie zäumt das Pferd von hinten auf." Eigentlich stehe dahinter der Trend "weg von Noten, weg von Standards".

Das aber schade den Jugendlichen, denn auf dem Spiel stehe der Wert von Abschlusszeugnissen. "Die Schule sollte sich nicht davon verabschieden, aussagekräftige Zertifikate zu vergeben", forderte Meidinger. "Das Interesse an Leistung lässt nach, wenn es keine Noten gibt."

"Kein Lehrer ist generell für Sitzenbleiben", unterstrich Meidinger. Trotz intensiver Förderung bräuchten aber einige Schüler ein Wiederholungsjahr, und jeder zweite Sitzenbleiber wiederhole freiwillig. Im übrigen bedeute Sitzenbleiben heute keine Stigmatisierung mehr, Mitschüler und Eltern gingen anders damit um als noch vor Jahrzehnten.

In Frankfurt trafen sich am Freitag rund 300 Gymnasiallehrer zu einer bundesweiten Fortbildungsveranstaltung.

(dpa/felt)