1. Panorama
  2. Wissen
  3. Bildung und Hochschule

Auch Fusionen im Gespräch: NRW erwägt Verkauf von Universitätskliniken

Auch Fusionen im Gespräch : NRW erwägt Verkauf von Universitätskliniken

Düsseldorf (rpo). Der allgemeine Sparzwang macht auch vor den Universitätskliniken nicht halt. So erwägt das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium jetzt die Fusion oder gar den Verkauf solcher Einrichtungen an private Träger.

Angesichts knapper Kassen könne es sich die Landesregierung nicht leisten, auf die Prüfung solcher Optionen zu verzichten, sagte NRW-Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft (SPD) am Montag nach einem Gespräch mit Hochschulmedizinern in Düsseldorf. Derzeit würden aber keinerlei Verkaufsgespräche geführt, versicherte die Ministerin. Bundesweit komme höchstens eine Hand voll Investoren für die Privatisierung von Universitätskliniken in Frage.

Unverzichtbar sei eine stärkere Profilbildung der medizinischen Einrichtungen. Geprüft werden auch größere betriebswirtschaftliche Spielräume beim Dienst- und Tarifrecht. Die Bezahlung in privaten Klinken liege deutlich unterhalb der Tarife des öffentlichen Dienstes.

Im Zuge der Reform des öffentlichen Dienstes seien bei künftigen Verträgen neue Weichenstellungen möglich, sagte Kraft. Nordrhein-Westfalen hat sechs Universitätskliniken in Aachen, Bonn, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster.

Sie selbst sei derzeit skeptisch, ob eine Privatisierung von Universitätskliniken dem Land nennenswerte Vorteile biete, räumte Kraft ein. "Auf den Kosten für Forschung und Lehre bliebe das Land am Ende doch sitzen." Das Zusammenspiel von Universitäten und Universitätskliniken habe sich für die Entwicklung medizinischer Spitzenforschung überdies als außerordentlich sinnvoll erwiesen.

Wegen der strukturellen Etatprobleme müssten aber jetzt Modelle entwickelt werden, um die Universitätskliniken für die Zeit nach 2006 fit zu machen. Dazu gehöre die Entwicklung regionaler Kooperationen.