Mehr Bafög für Schüler und Studenten ab WS 2016/17

Reform greift erst zum Wintersemester 2016/17 : Bundesrat billigt Gesetz: Mehr Bafög für Schüler und Studenten

Mehr Geld für die Ausbildung: Schüler und Studenten bekommen mehr Bafög - allerdings erst in knapp zwei Jahren.

Die am Freitag vom Bundesrat gebilligte Reform der Bundesregierung sieht ab dem Wintersemester 2016/2017 unter anderem eine Erhöhung der Bedarfssätze um sieben Prozent vor. Wir beantworten Fragen zum Themenkomplex:

Wer kann Bafög bekommen?

Der Staat greift Studenten unter die Arme, wenn Eltern nicht für den Unterhalt aufkommen können. Der Förderbetrag ist vom Einkommen abhängig. Momentan gibt es nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (Bafög) höchstens 670 Euro pro Monat. Für die Unterstützung gibt es zudem Altersgrenzen: Studenten dürfen bei Beginn ihrer Hochschulausbildung das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Bei der Aufnahme eines Masterstudiums liegt die Altersgrenze bei 35 Jahren.

Ausnahmen gelten zum Beispiel bei jungen Eltern, die Kinder im Alter von unter zehn Jahren haben. Studenten bekommen Bafög in der Regel je zur Hälfte als Zuschuss und als zinsloses Darlehen, das später in Raten zurückgezahlt werden muss. Die Förderung steht auch Schülern offen, diese müssen sie später nicht zurückzahlen.

Wie viele junge Menschen werden gefördert?

Im vergangenen Jahr erhielten insgesamt 959.000 junge Menschen Bafög-Leistungen, von denen 293.000 Schüler und 666.000 Studenten waren. Knapp die Hälfte (46 Prozent) der Empfänger bekam den maximalen Förderbetrag.

Was ändert sich durch die beschlossene Bafög-Reform?

Ab Beginn des Schuljahres 2016 und ab dem Wintersemester 2016/17 sollen die Bedarfssätze, mit denen die Empfänger ihren Lebensunterhalt bestreiten, um sieben Prozent steigen. Zugleich steigt der Wohnzuschlag für Schüler und Studenten, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, auf 250 Euro. Damit erhöht sich der maximale Fördersatz von 670 auf 735 Euro monatlich - ein Plus von 9,7 Prozent.

Zudem steigen die Einkommensfreibeträge, durch die sich das beim Bafög zu berücksichtigende Einkommen vermindert, ebenfalls um sieben Prozent. Der Kreis der Bafög-Empfänger wird dem Bundesbildungsministerium zufolge dadurch im Jahresdurchschnitt um rund 110.000 Schüler und Studenten erweitert. Bafög-Empfänger können künftig bis zu 450 statt wie bisher 400 Euro im Monat abzugsfrei hinzuverdienen.

Das Vermögen, das die Empfänger abzugsfrei besitzen dürfen, steigt von 5200 auf 7500 Euro. Das ist vor allem für Schüler und Studenten wichtig, die ein Auto besitzen. Eltern, die Bafög beziehen, bekommen künftig für jedes Kind 130 Euro. Bisher gab es 113 Euro für das erste und 80 Euro für jedes weitere Kind.

Ein Novum ist auch die verbesserte Förderung für Studenten aus Nicht-EU-Ländern: Wer aus humanitären oder familiären Gründen eine Aufenthaltserlaubnis hat oder geduldet ist, kann künftig schon nach 15 Monaten legalen Aufenthalts in Deutschland einen Bafög-Antrag stellen. Bisher galt eine Frist von vier Jahren.

Welche weiteren Förderungsmöglichkeiten gibt es bereits jetzt für Studenten?

Die staatseigene KfW-Bankengruppe bietet beispielsweise extra für Studenten Kredite an. Auch Stipendien sind eine Möglichkeit zur Studienfinanzierung. Seit 2011 gibt es etwa das Deutschlandstipendium, das an besonders begabte und engagierte Studenten vergeben wird. Die einkommensunabhängige Förderung liegt bei 300 Euro im Monat. Die Hälfte des Stipendiums werben die Hochschulen bei privaten Förderern ein, die andere Hälfte kommt vom Staat. Im vergangenen Jahr wurden knapp 20.000 Studenten unterstützt.

(AFP)
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