Einführung soll aber Eltern und Schulen überlassen bleiben: Lemke liebäugelt mit Schuluniformen

Einführung soll aber Eltern und Schulen überlassen bleiben : Lemke liebäugelt mit Schuluniformen

Bremen (rpo). Kürzlich passte ihm die leichte Bekleidung in den Schulen nicht. Nun hat der Bremer Bildungssenator Willi Lemke bei seinen Vorstößen zu Betragen und Bekleidung deutscher Schüler noch einmal nachgelegt. Die Lösung: Schuluniformen.

Nach Angaben des Nordwestradios vom Donnerstag erklärte Lemke, er schließe auch die Einführung von Schuluniformen auf freiwilliger Basis nicht aus. Lemkes Sprecher Manfred Ruberg erläuterte, wenn Schulen und Eltern probeweise einheitliche Kleidung einführen wollten, werde der Senator sie unterstützen. Eine Einführung per Anordnung der Schulbehörde schloss Ruberg aus.

Lemke (SPD) begründete seine Haltung mit dem unter den Schülern herrschenden "Markenwettbewerb". Der Senator, früher Manager des Bundesliga-Fußballclubs Werder Bremen, sagte: "Wenn es einen Weg gäbe, wegzukommen von dieser Markenhysterie, würde ich das absolut gut finden."

Anfang der Woche hatte Lemke in einem Interview der "Bild"-Zeitung mehr Disziplin und angemessene Bekleidung im Unterricht verlangt. Über die von vielen Mädchen getragene Bauchfrei-Mode sagte er: "Solche Reizwäsche passt vielleicht in die Disco oder in die Badeanstalt." Er kritisierte auch Lehrer, die mit "Schlabberjeans, Jesuslatschen und Hemd aus der Hose in das Klassenzimmer schlurfen".

Darüber hinaus hatte Lemke angekündigt, dass er mit der Verhängung von Bußgeldern für Eltern gegen das Schuleschwänzen vor Ferienbeginn vorgehen wolle. Von dieser Möglichkeit werde, unter anderem wegen des erheblichen Aufwands, zu wenig Gebrauch gemacht, wobei jedoch das Wohl der Kinder aus dem Blick gerate.