Traumjob für den Pädagogen: Kleinste Schule Deutschland: Sven ist der einzige Schüler

Traumjob für den Pädagogen : Kleinste Schule Deutschland: Sven ist der einzige Schüler

Hamburg (rpo). Die wohl kleinste Schule Deutschlands hat wieder ihren Betrieb aufgenommen. Sie befindet sich auf der Hallig Nordstrandischmoor und beherbergt genau einen Schüler: Sven, 13 Jahre alt. Er hat sich schon daran gewöhnt, allein zu büffeln.

"Mich stört das gar nicht, hier ganz alleine zu lernen", sagt der 13-Jährige. Und auch sein einziger Lehrer Henning Schlüter findet die Arbeit an der Nordsee bei Husum toll. "Für mich ist das ein Traumjob", betont der 36-jährige Pädagoge.

Der Schüler und sein Lehrer sind fast die ganze Woche allein im Schulhaus, das auch die Lehrerwohnung beherbergt. Nur zwei Mal die Woche kommt noch ein Mädchen zum Vorschulunterricht. Aber in seiner Klassenstufe war Sven schon immer der einzige Schüler. Morgens um acht verlässt der Siebtklässler die Gastwirtschaft seiner Eltern. Die Strecke zur Schule legt er je nach Wetter per Fahrrad, Trecker oder Mofa zurück. "Je nachdem, wie windig es ist", sagt der 13-Jährige.

Mit der neunten Klasse endet die Schulzeit auf der Hallig, die mit fünf Häusern und fünf Familien nur 18 Einwohner zählt. "Danach können die Kinder auf dem Festland eine weiterführende Schule besuchen oder eine Lehre machen", erklärt Hennig Schlüter, der nicht nur Lehrer für alle Fächer, sondern gleichzeitig auch Schulleiter ist. In den 27 Schulstunden pro Woche würden alle Fächer unterrichtet - bis auf Musik. "Das ist das einzige Fach, das ich nicht kann, aber dafür nimmt Sven Musikunterricht", sagt Schlüter.

Fußball ist schwierig

Svens Lieblingsfach Sport gestaltet sich in diesem Jahr schwieriger. "Bisher konnten die Schüler zu zweit gegen mich Fußball spielen, jetzt müssen wir mal schauen, wie wir das machen." Trotz des intensiven Unterrichts werden gemeinsam mit anderen Hallig-Schulen auch Klassenausflüge unternommen. Ermöglicht wird dies durch Spenden von Touristen in die Klassenkasse.

Seit drei Jahren lebt Schlüter jetzt schon in dem Hallig-Schulhaus. Nach seinem Referendariat habe er sich bewusst für den außergewöhnlichen Job entschieden. "Für einen Lehrer gibt es ja nichts Schöneres, aber für den Schüler ist es schwerer", sagt Schlüter. "Das hört sich alles romantisch an, aber hier muss viel konzentrierter und härter gearbeitet werden als in Schulen mit großen Klassen".

Ein paar Jahre will der Lehrer auf jeden Fall noch auf der Hallig bleiben. Seine Freundin, die auf dem Festland wohnt, trifft er nur am Wochenende. Bei Sven sieht es ganz anders aus: Nach dem Schulabschluss in drei Jahren will er aufs Festland gehen und eine Schlosserlehre machen: "Aber danach komme ich auf jeden Fall zurück."

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