Hamm: Klausur falsch bewertet: kein Schadenersatz

Hamm: Klausur falsch bewertet: kein Schadenersatz

Studierende können gegen eine aus ihrer Sicht falsch bewertete Klausur klagen. Selbst wenn sie damit erfolgreich sind, haben sie aber nicht automatisch Anspruch auf Schadenersatz. Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Hamm (Az.: 11 U 104/16) hervor. Kläger im verhandelten Fall war ein ehemaliger Jura-Student. 2007 war er mit der Note "mangelhaft" durch die Pflichtfachprüfung gefallen. Dagegen hatte er geklagt mit dem Argument, die Prüfer hätten seine Klausuren nicht korrekt bewertet. 2012 war er mit dieser Klage vor dem Oberverwaltungsgericht Münster erfolgreich.

Zwischenzeitlich hatte der Mann das Jura-Studium aber erfolgreich absolviert und arbeitete jetzt als Rechtsanwalt. Aufgrund der Verzögerung durch die fehlerhafte Bewertung seien ihm Einkünfte entgangen, so der Kläger. Deshalb verlangte er vom Bundesland NRW Schadenersatz in Höhe von 105.000 Euro für den Verdienstausfall und 1645 Euro an zu viel bezahlten Studiengebühren. Das OLG Hamm lehnte diese Forderung ab. Der Grund: Es sei nicht erwiesen, dass der Kläger die Prüfung bestanden hätte, wenn sie korrekt bewertet worden wäre.

(dpa)