IT-Branche boomt

Die Informationstechnologie (IT) beherrscht unseren Alltag. Das beschert Experten für solche Technik jede Menge Arbeit. Die Branche boomt, Informatiker und andere IT-Fachleute haben gute Berufschancen. Sie müssen aber nicht nur mit Technik, sondern auch mit Menschen umgehen können.

"Die Aussichten für Absolventen sind hervorragend", sagt Maurice Shahd vom Branchenverband Bitkom. Denn in der IT- und Telekommunikationsbranche (ITK) wollen viele Firmen neue Jobs schaffen. "Wir rechnen damit, dass bis Ende 2011 rund 10 000 zusätzliche Stellen entstehen werden." Bereits jetzt gibt es viele Jobangebote für Informatiker, wie der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) in Düsseldorf ermittelt hat. Die Zahl der offenen Stellen sei seit Anfang 2010 kontinuierlich angestiegen, erklärt der VDI-Experte Dieter Westerkamp. So hat der VDI in diesem Januar 23 583 freie Stellen für Informatiker verzeichnet – ein Jahr zuvor waren es erst 15 197. Fachkräfte werden dem VDI zufolge vor allem in der Software-Entwicklung, im IT-Projektmanagement und in der IT-Sicherheit gesucht. Großen Bedarf gebe es außerdem in der Beratung sowie im Support.

Der Informatikerberuf hat ein Imageproblem: "Das Klischee ist ja immer noch der Nerd, der den ganzen Tag vor dem Rechner sitzt und nur Pizza isst und Cola trinkt", sagt Shahd. Dabei sei der einsame Programmierer längst ein Auslaufmodell. Vielmehr sind in dem Beruf Leute gefragt, die nicht nur mit dem PC, sondern auch mit Kunden und Kollegen umgehen können. Viele IT-Spezialisten arbeiteten in Projekten, erklärt Shahd. Dafür sind Teamplayer nötig.

Mit dem technischen Fortschritt wandelt sich auch die Arbeitswelt für IT-Fachleute. Berufseinsteiger müssen sich auf neue Technologien einstellen: Cloud Computing ist einer der aktuellen Trends. Dazu gehören aber auch "Embedded Systems", also eingebettete Technik, wie sie heute in Handys, Autos und Waschmaschinen arbeitet.

Für angehende IT-Experten ist das Studienangebot unübersichtlicher geworden. Denn mit der Bachelor-Umstellung sind neue Spezialfächer entstanden. Eine frühe Spezialisierung ist aber keinesfalls ein Muss, sagt Maurice Shahd vom Bitkom. Ein reiner Informatik-Bachelor biete eine solide, breit angelegte Ausbildung. Daneben habe sich die Wirtschaftsinformatik durchgesetzt, die betriebswirtschaftliches und technisches Know-how verbindet.

(RP)