Duisburg Ingenieurstudium, ja - aber welches?

Duisburg · Zwischen Maschinenbau, Elektrotechnik und Co. gibt es erhebliche Unterschiede - auch darin, wo Absolventen später arbeiten. Für alle Fächer sollte man Technik-Interesse mitbringen und keine Scheu vor Mathematik und Physik haben.

Sie gehören zu den beliebtesten Studienfächern an den deutschen Hochschulen: ingenieurwissenschaftliche Fächer wie Maschinenbau und Elektrotechnik. Zudem sind in Zeiten des Fachkräftemangels die Jobaussichten gut - 90 Prozent der Absolventen finden innerhalb weniger Monate eine Stelle. Doch worin unterscheiden sich Fächer wie Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen? Und was ist ihnen gemeinsam?

"Wer sich für ein ingenieurwissenschaftliches Studium entscheidet, sollte - egal, welche Fachrichtung er anstrebt - Spaß an Technik und Interesse an Mathematik und Physik haben", sagt Frank Schwarz, der an der Universität Duisburg-Essen das Support Center for (International) Engineering Students - SCIES - leitet. "Vielleicht hat man zu Hause schon ein bisschen experimentiert und an technischen Geräten gebastelt." Ob das Wissen in Mathematik und Physik für das Ingenieurstudium ausreichend ist oder ob man für einen erfolgreichen Einstieg noch Nachhilfe in Form von Vorkursen braucht, kann man unter dem Link www.uni-due.de/mint/test der Uni Duisburg-Essen testen.

Rund 10 000 Studierende hat die Universität derzeit an der Ingenieurwissenschaftlichen Fakultät - Abiturienten können grundsätzlich zwischen klassischen und internationalen Studiengängen wählen. "Letztere gibt es in allen unseren Disziplinen, sie finden zu 50 Prozent in englischer Sprache statt und haben eine Anstellung in internationalen Firmen zum Ziel", sagt Schwarz. Studenten aus etwa 90 Nationen kommen in diesen Fächern zusammen. "Grundsätzlich müssen Ingenieure heute aber davon ausgehen, in einem internationalen Umfeld zu arbeiten. Reisetätigkeiten und der Austausch mit Kollegen aus aller Welt gehören zu dem Beruf des Ingenieurs dazu."

Auf den Ingenieur-Studiengängen der Uni Duisburg-Essen liegt übrigens in den meisten Fällen ein Numerus clausus, die internationalen Angebote und die Informatik sind davon allerdings ausgenommen. Wie sich die Fächer im Einzelnen unterscheiden, erklärt Frank Schwarz.

Maschinenbau Derzeit das beliebteste Ingenieur-Fach an der Duisburger Uni. Absolventen arbeiten im Maschinen- und Anlagenbau, entwickeln und konstruieren Schiffe, Autos und Flugzeuge oder die zugehörigen Maschinen. Neben Mathematik und Physik spielt Mechanik eine wichtige Rolle im Stundenplan. Hinzu kommen Vorlesungen in Informatik, Elektrotechnik, Werkstofftechnik und Maschinenelemente.

Elektrotechnik Die Nutzung erneuerbarer Energiequellen wie Wind und Sonne, schadstoffarme Kraftfahrzeuge, moderne Kommunikationstechnik, Mobilfunk, Internet und viele andere heute selbstverständliche Dinge wären ohne Elektrotechnik nicht möglich. Auf dem Stundenplan stehen neben technischer Informatik, Mathe und Physik auch Werkstoffkunde, Programmierung und Festkörperelektronik. Absolventen arbeiten in der Kommunikationstechnik, Mikroelektronik oder Automatisierungstechnik. "Außerdem suchen Firmen aus den Bereichen Energie- und Umwelttechnik nach Absolventen", sagt Frank Schwarz.

Bauingenieurwesen Während Maschinenbau und Elektrotechnik zusammenwachsen, ist das Bauingenieurwesen noch ein sehr eigenständiger Fachbereich, so Schwarz. "Es geht nicht mehr nur um Gebäude- oder Brückenbau, sondern sehr viel um Material. Schließlich sollen Gebäude von heute leicht, effizient und stabil sein." Daher spiele im Studium die Konstruktionstechnik eine wichtige Rolle, ebenso wie Werkstoffkunde. Selbstverständlich werden die Studenten auch durch die Vermittlung gründlicher baubetrieblicher und wirtschaftswissenschaftlicher Kenntnisse auf die Planung, den Bau und Betrieb von Großprojekten vorbereitet. Sie arbeiten bei Baufirmen ebenso wie in Entwicklungsbüros.

Wirtschaftsingenieurwesen Wirtschaftsingenieure arbeiten an der Schnittstelle zwischen dem kaufmännischen und dem ingenieurwissenschaftlichen Bereich. Im Studium lässt sich jedwede Disziplin mit den betriebswirtschaftlichen Kenntnissen verbinden. In Duisburg-Essen etwa die Felder "Energie und Wirtschaft", "Maschinenbau und Wirtschaft" oder "Informationstechnik und Wirtschaft".

Nano Engineering Nanowissenschaft ist eine der Schlüsseltechnologien von heute. "Ihr umfangreiches Anwendungspotenzial kann jedoch wirtschaftlich nur dann genutzt werden, wenn die in der Grundlagenforschung entdeckten Nanoeffekte in industrielle Produkte umgesetzt werden. Dies ist Aufgabe eines Ingenieurs", sagt Schwarz. Es geht also um die technische Nutzung der Nanowissenschaften, etwa um Materialien und Oberflächen. Der Studiengang bildet die Schnittstelle zwischen Ingenieurwissenschaften, Physik und Chemie.

(RP)