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Deutsche Hochschulen: Immer mehr Professorinnen

Deutsche Hochschulen : Immer mehr Professorinnen

Wiesbaden/Berlin (RPO). Frauen sind an deutschen Unis auf dem Vormarsch. Und sie erobern auch die Professorenstellen. Ende 2007 lehrten und forschten 6100 Professorinnen an den Hochschulen der Bundesrepublik. Damit beträgt der Frauenanteil allerdings erst 16 Prozent.

Im Jahr 1997 hatte der Frauenanteil allerdings noch bei neun Prozent gelegen, so die Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden. Derweil stieß der Wissenschaftsrat mit seiner Forderung, die Qualität der Lehre an deutschen Hochschulen mit einem Milliardenbetrag zu verbessern, auf ein durchweg positives Echo.

Insgesamt gibt es an deutschen Hochschulen 37.700 Lehrstuhlinhaber - diese Zahl ist seit zehn Jahren nahezu unverändert. In den Sprach-, Kultur- und Kunstwissenschaften ist etwas mehr als jeder vierte Posten mit einer Frau besetzt (28 Prozent). In allen anderen Fächergruppen liegt der Frauenanteil aber unter der 20-Prozent-Marke. Am deutlichsten unterrepräsentiert sind Professorinnen in den Fächergruppen Ingenieurwissenschaften (8 Prozent) sowie Mathematik und Naturwissenschaften (11 Prozent).

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) will noch schneller mehr Frauen als Professorinnen sehen. "Wenn wir so weitermachen, erreichen wir die 50-Prozent-Marke wohl erst gegen Ende des Jahrhunderts", sagte das zuständige GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller. Die Politik müsse sich endlich zu verbindlichen Gleichstellungsmaßnahmen durchringen und die Hochschulen so unter Druck setzen.

Laut den amtlichen Statistikern waren an deutschen Hochschulen und Hochschulkliniken Ende 2007 insgesamt 514.800 Personen tätig. Das waren 10.900 beziehungsweise 2,2 Prozent mehr als Ende 2006.

Weiterbildung für Lehrende gefordert

Der Wissenschaftsrat empfahl Bund und Ländern derweil, zur Verbesserung der Lehre an den Hochschulen jährlich 1,1 Milliarden Euro zusätzlich aufzuwenden. Das Geld soll für mehr Professuren, Weiterbildungsmaßnahmen für die Lehrenden und ein "System der Qualitätsentwicklung" verwendet werden.

Durchschnittlich kommen auf einen Professor momentan 60 Studenten. Vor 30 Jahren waren es noch 40 Studenten, die von einem Professor betreut wurden. Der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Peter Strohschneider, forderte, die teilweise "unzumutbaren Betreuungsrelationen" müssten verbessert werden. Zudem sollten die Lehrenden ihre Kompetenzen kontinuierlich weiterentwickeln. "Dazu sollen flächendeckende Angebote für Fortbildungen entstehen."

SPD, Grüne und Linke sowie Gewerkschaften und Verbände begrüßten die Empfehlungen des Wissenschaftsrats. Der Wissenschaftsrat berät die Bundesregierung und die Landesregierungen in Fragen von Hochschule, Wissenschaft und Forschung.

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(ap)