Studentenreisen : Die Couch-Surfer

Düsseldorf (RP). Zwei Fremde auf dem Sofa: Unsere Autorin beherbergt Brasilianer. Couchsurfing ist in. Laura und Bruno kommen aus Brasilien, und sie sind "Couchsurfer". Sie studieren BWL und haben sich zusammen für ein Stipendium in Deutschland beworben. Seit einem Monat lebt das Paar in Bamberg.

Doch bevor die Uni richtig losgeht, reisen sie noch ein bisschen durch die Lande. Sie waren schon in München und Berlin, Amsterdam und Köln. Auch Düsseldorf wollten sie nicht verpassen, und organisierten ihren Aufenthalt über die Plattform "couchsurfing.org".

Neun Monate nach meiner Anmeldung auf der Plattform bekam ich ihre Nachricht. Ich überwand meine Ängste und Vorurteile und sagte zu. Man könne mich ausrauben und meine Gastfreundschaft missbrauchen, fürchtete ich zuvor. Nichts dergleichen geschah. Laura und Bruno sind die unkompliziertesten und zuvorkommendsten Menschen, die ich je kennengelernt habe. Wenn sie Geschirr benutzen, ist es in Sekundenschnelle wieder sauber. Manchmal kochen sie Spaghetti Bolognese für uns drei. Wir sitzen oft zusammen, reden und präsentieren uns landestypische Musik. Clueso und Fettes Brot gefällt ihnen besonders. Und ich begeistere mich neuerdings für brasilianischen Reggae.

Abends treffen sie sich mit anderen Austauschstudenten zum Fußball schauen in der Altstadt. Davon sind sie begeistert, echte Brasilianer eben. Zuhause wetten Laura und Bruno auf verfeindete Mannschaften, in Deutschland feuern sie gemeinsam St. Pauli an. Im nächsten Semester geht Laura nach Spanien und Bruno studiert in Schweden weiter. Schon jetzt freue ich mich darauf, die beiden in ein paar Jahren in Brasilien zu besuchen. Wenn ich als Couchsurfer unterwegs bin, werden sie mich gerne beherbergen.

(RP)