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Hochschulpolitik: Das ist die Bologna-Reform

Hochschulpolitik : Das ist die Bologna-Reform

Düsseldorf (RP). Der Startschuss fiel am 19. Juni 1999: 30 Staaten unterzeichneten eine Erklärung, die den so genannten Bologna-Prozess in Gang setzte. Von der Vision eines europäischen Hochschulraums und ihren Folgen für die Studenten.

Deutschland und seine europäischen Nachbarn hatten sich die Aufgabe gestellt, bis zum Jahr 2010 einen einheitlichen europäischen Hochschulraum zu schaffen. Ein großes Ziel der Reform war von Anfang an, vergleichbare Abschlüsse zu schaffen: Bachelor und Master entstanden. Weitere Schwerpunkte sind ein Leistungspunktesystem (ECTS) und die Förderung der Mobilität von Studierenden. So sollen Hochschulen enger kooperieren, um beispielsweise Doppelabschlüsse leichter zu machen.

Jede Universität ist zudem gehalten, ihren eigenen Qualifikationsrahmen zu bestimmen. Er zielt darauf ab, Profil, Niveau, Arbeitsbelastung und Lernergebnisse zu definieren und so einen Vergleich zu ermöglichen. Schließlich soll im internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe gerungen werden.

Doch wie weit ist die Reform in ihrem Zieljahr 2010 vorangeschritten? Zum Wintersemester 2008/09 waren in Deutschland rund 75 Prozent aller Studiengänge auf Bachelor/Master umgestellt. Doch die Modernisierung der Hochschullandschaft hakt. Ausgetragen wurde die Umstellung vielerorts auf den Rücken der Studierenden, die ihren Missmut in zahlreichen Protesten zum Ausdruck brachten und bringen. Durch die Straffung der Studiengänge entstand für sie nicht nur hoher Zeitdruck, sondern durch die Einführung von Studiengebühren auch hohe finanzielle Belastung.

Hochschulen wie die Heine-Uni reagierten und ließen die neuen Studiengänge auf Schwachpunkte überprüfen. Es zeigt sich: Die Bologna-Reform funktioniert nur im Zusammenspiel mit den Studenten. Was diese Spezies ausmacht, findet sich auf humorvolle Weise unten im Eintrag der Online-Enzyklopädie "Witzipedia".

(RP)