Düsseldorf: Ausgleich zum Studium ist wichtig

Düsseldorf : Ausgleich zum Studium ist wichtig

Experten raten, neben dem Studium mit Hobbys etwas gegen den Stress zu tun.

Der Wechsel von der Schule zur Uni war für Daniel Schmitz eine große Umstellung. "Plötzlich ist keiner mehr da, der kontrolliert, ob man die Hausaufgaben gemacht hat", erinnert sich der 22-Jährige, der an der Technischen Hochschule Aachen Maschinenbau studiert. Selbstständigkeit sei gefragt und eine gute Zeiteinteilung das A und O. Das kann Stress bedeuten: "Man steht vor einem riesigen Berg Arbeit und muss alles alleine schaffen", sagt er.

So wie Schmitz geht es vielen. Nach einer AOK-Studie sind Studenten in Deutschland gestresster als Berufstätige. Von mehr als 18.000 Befragten gaben 53 Prozent ein hohes Stresslevel an, Arbeitnehmer nur zu 50 Prozent. Prüfungs- und Zukunftsängste und finanzielle Belastungen durch Semestergebühren sind die größten Stressauslöser.

Die Düsseldorfer Psychologin Josefine Lorenzen weiß, wieso viele Studenten unter enormem Stress stehen: "Viele wollen alles unheimlich gut machen. Sie haben Angst zu versagen." Symptome wie schlechter Schlaf und Erschöpfung seien typische Anzeichen. "Wenn man nicht mehr abschalten kann, dann wird der Stress gefährlich", sagt Lorenzen.

Nach dem Gesundheitsreport 2015 der Techniker Krankenkasse (TK) haben knapp vier Prozent der 190.000 bei der TK versicherten Studenten 2014 Antidepressiva verordnet bekommen. Das ist ein Anstieg um mehr als 40 Prozent im Vergleich zu 2006. Nach Lorenzen sind vor allem zwei Studententypen gefährdet: "Die, die extreme Anforderungen an sich haben, und die, die nie gelernt haben zu lernen."

Daniel Schmitz bereitete vor allem das Lernen Probleme. "Ich war 19, als ich angefangen habe zu studieren. Ich wusste nicht, wie man richtig lernt." Und das ist nicht das Einzige: Vorlesungen, Praktikumsplätze suchen, nebenbei noch arbeiten gehen - so sieht der Studentenalltag aus. Da bleibe kaum Zeit für etwas anderes, sagt er.

Lorenzen empfiehlt Studenten dennoch, sich bewusst Zeit für Hobbys zu nehmen. Der Ausgleich zum Studium sei wichtig, betont sie. Daniel Schmitz klettert und singt. Dabei baut er auch Stress ab: "Beim Klettern kann ich mich auf etwas anderes konzentrieren. Und beim Singen fühle ich mich frei."

(epd)
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