Abmahnungen sind kein Mobbing

Wird ein Mitarbeiter immer wieder vom Chef abgemahnt, ist das noch kein Beweis für Mobbing. Der Vorwurf des Mobbings ist nur begründet, wenn sich dem Chef verwerfliche Motive für das Abmahnen nachweisen lassen.

Das hat das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein in Kiel entschieden (Az: 6 SA 256/09). In dem Fall hatte ein Mitarbeiter innerhalb von vier Monaten neun Abmahnungen erhalten. Sie stützten sich auf unterschiedliche Vorwürfe. Der Betroffene klagte. Die Richter winkten ab: Mobbing sei das systematische Anfeinden, Schikanieren oder Diskriminieren von Betroffenen. Das Verhalten des Arbeitgebers deute zwar auf ein systematisches Vorgehen hin, die Rechte des Arbeitnehmers seien dadurch aber nicht verletzt.

(RP)
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