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Märchenhaft: Bakterien produzieren Goldklumpen

Märchenhaft : Bakterien produzieren Goldklumpen

Washington (rpo). Die typischen, charakteristischen Gold-Nuggets, die zur Requisite jedes ordentlichen Westerns gehören, werden womöglich von Bakterien produziert. Diese leben in der Erde, nehmen das Edelmetall daraus auf und lagern es Schicht für Schicht auf winzigen Goldkörnchen ab, bis Nuggets daraus geworden sind.

Darauf deuten die Ergebnisse australischer Wissenschaftler hin, die auf Gold ausgedehnte Bakterienkolonien entdeckt haben. Die beobachteten Mikroben sind bekannt dafür, in Flüssigkeiten gelöste Schwermetalle aufnehmen zu können. Die Wissenschaftler um Frank Reith vom Cooperative Research Centre for Landscape Environments and Mineral Exploration in Bentley schildern ihre Ergebnisse im Fachmagazin "Science".

Die Wissenschaftler sammelten für ihre Arbeit kleine Goldkörnchen aus dem Boden zweier australischer Goldminen. Auf den beinahe aus purem Gold bestehenden Körnern fanden die Forscher Filme aus Bakterien. Eine genetische Analyse ergab, dass die Bakterien rund 30 Arten angehörten. Die meisten davon waren auf Gold spezialisiert, denn im umliegenden Erdreich waren sie nicht anzutreffen.

Besonders häufig stießen die Wissenschaftler auf ein Bakterium ähnlich der bereits bekannten Mikrobe Ralstonia metallidurans. Diese Mikroorganismen wurden schon erprobt, um Schwermetalle aus Flüssigkeiten zu entfernen. Sie können jedoch auch Gold aus dem Boden aufnehmen und an einer Oberfläche ablagern, wie die Wissenschaftler in Tests feststellten.

Die Forscher vermuten nun, dass bei der Ausbildung der Goldnuggets, die an vielen Orten auf der Welt gefunden wurden, Bakterien eine maßgebliche Rolle spielen. Sie könnten dazu beitragen, dass sich aus winzigen Partikeln des Edelmetalls größere Goldkörnchen heranbilden. "Ich behaupte zwar nicht, dass alle Körner auf Mikroorganismen zurückgehen", sagt Reith. Doch einige Organismen stellten definitiv Gold her. Nun sollen weitere Experimente zeigen, wie die Bakterien das Gold in ihren Stoffwechsel einbauen und an Oberflächen wieder ablagern.

(afp)