Rätsel des Alltags: Auf was wartet der Sekundenzeiger der Bahnhofsuhr?

Rätsel des Alltags : Auf was wartet der Sekundenzeiger der Bahnhofsuhr?

Düsseldorf (rpo). Warum verharren die Sekundenzeiger von Bahnhofsuhren auf Punkt 12 Uhr für zwei bis drei Sekunden, wenn der Minutenzeiger eine Minute weiterspringt?

Die Deutsche Bahn AG betreibt ein Netz von Uhren, die über den atomuhrgesteuerten Zeitzeichensender DCF 77 in Mainflingen bei Frankfurt gesteuert werden. Der Sender wird von der Atomuhr der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig mit Schaltimpulsen versorgt, die in einer Million Jahren nur eine Sekunde abweichen. Insgesamt betreibt die Deutsche Bahn hierzulande etwa 30.000 Uhren, die so gesteuert werden.

Synchronisiert wird bei allen Bahnhofsuhren der Minutensprung: Auf ein zentrales Signal hin springen die Minutenzeiger aller Bahnhofsuhren jeweils um eine Minute weiter.

"Der Sekundenzeiger wird jedoch nicht zentral gesteuert, sondern über einen separaten Motor angetrieben", sagt Martin Walden von der Deutschen Bahn AG in Frankfurt. "Dieser Motor ist so eingestellt, dass der Sekundenzeiger etwas schneller läuft als die Sekunden wirklich vergehen und für einen Umlauf etwas weniger als 60 Sekunden benötigt." Damit der Sekundenzeiger zeitgleich mit dem Minutenzeiger weiterspringt, muss er jede Minute auf diesen warten und verharrt einen kurzen Augenblick auf der zwölf. Mit dem nächsten Minuten-Startschuss des Funksignals geht`s für die Sekundenzeiger von neuem los.

Dass Sekunden- und Minutenzeiger zeitgleich umspringen, ist mit der Motortechnik des Sekundenzeigers nicht möglich. Und nicht gewollt: Man lässt den Sekundenzeiger bewusst etwas schneller laufen, damit der Zeigersprung danach gut zu beobachten ist. "Der ist formell das Abfahrtssignal eines Zuges zu einer bestimmten Minute." Die Unpünktlichkeit der Bahn ist eine andere Geschichte.

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