Fische bevorzugen bestimmte Breitengrade: Auch das Meer hat seine "Serengetis"

Fische bevorzugen bestimmte Breitengrade : Auch das Meer hat seine "Serengetis"

Washington (rpo). Kaum zu glauben, aber wahr: Auch die Meere haben eine Art von "Serengetis", wo sich eine große Menge von Fischen trifft. Haie, Tunfische oder Schildkröten verteilen sich nicht gleichmäßig über das Meer, sondern haben auch ihre bevorzugten Zonen.

Zu ihnen gehören Riffe und Sandbänke vor der Küste von Florida, vor Hawaii oder auch Australien. Meeresforscher der Universitäten Kiel und Dalhousie (Kanada) vergleichen diese Treffs mit der Serengeti in Tansania und anderen Wildparks für große Land-Raubtiere.

Das Team um Boris Worm (Kiel) äußerte am Dienstag in den "Proceedings of the National Academy of Sciences" die Sorge, dass der inzwischen übliche Fischfang mit extrem langen Leinen, an denen Hunderte von Haken mit Ködern angebracht sind, enormen Schaden in solchen "Hot Spots" anrichten kann.

Worm und Kollegen stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass sich seltene oder auch schon vom Aussterben bedrohte Arten besonders in mittleren Breitengraden (20 bis 30 Grad Nord und Süd) wohl fühlen. Diese Gebiete werde sowohl von tropischen Arten wie auch von Meeresräubern aus gemäßigteren Temperaturzonen favorisiert, stellten die Forscher fest. Sie plädieren dafür, diese Sammelpunkte für Kutter mit den extrem langen Leinen zu sperren. Keine andere Maßnahme könne mehr zum Schutz der Artenvielfalt unter dem Meeresspiegel beitragen, schreibt das deutsch-kanadische Team in dem Fachblatt.

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