Revierstreitigkeiten: Amseln attackieren gelbe Krokusse

Revierstreitigkeiten: Amseln attackieren gelbe Krokusse

Berlin (RPO). Dottergelb, hellblau, violett und weiß blühen Krokusse für kurze Zeit um die Wette und sind für viele Spaziergänger der Inbegriff des Frühjahrs. Manche Gartenbesitzer stellen allerdings verärgert fest, dass ständig gelbe Krokusblüten abgerissen umherliegen. Solche Verwüstungen gehen auf das Konto von Revierstreitereien der Amseln.

Darüber informiert der Naturschutzbund (NABU). Die Gartenvögel mit dem gelben Schnabel lebten noch vor 200 Jahren ausschließlich scheu im Wald. Heute besiedeln sie Gärten und Parkanlagen. Dort stecken die schwarz gefiederten Männchen mit dem gelb-orangen Schnabel im Frühling die Reviergrenzen neu ab.

Das tun sie morgens und abends mit Gesang sowie mit tätlichen Auseinandersetzungen am Boden. Darunter haben vor allem die dottergelben Krokusse zu leiden. Vogelkundler haben auch eine Erklärung dafür: Liegt ein Krokusbeet im Grenzbereich zweier Reviere, wirken gelbe Blüten als Auslöser für die Amselhähne und sie reagieren ihre Aggression an ihnen ab.

Aufblühende Krokusse haben nämlich auffallende Ähnlichkeit mit dem gelb-orangen Schnabel potenzieller Konkurrenten. Das Verhalten tritt unregelmäßig auf, da es unter anderem von der Witterung und dem aktuellen Amselbestand abhängt.

Im Garten mögen Krokusse durchlässigen, also keinesfalls staunassen, aber auch nicht zu leichten Boden. Im Frühjahr sollte der Standort möglichst eher feucht sein, zur Ruhezeit im Herbst eher trocken. Gepflanzt werden die Zwiebeln ab Ende September zu kleinen Trupps in fünf bis zehn Zentimeter Tiefe. Stehen die Krokusse in lichtem Rasen, dürften die Flächen erst nach dem Vergilben der Krokusblätter gemäht werden, erklären die Experten.

Krokusse werden schon so lange und intensiv gärtnerisch bearbeitet, dass selbst Spezialisten kaum mehr einen vollständigen Überblick haben. In Gärten und Parks am stärksten verbreitet sind Sorten des Frühlings-Krokus (Crocus vernus) sowie großblütige Zuchthybriden vor allem aus dem Gold-Krokus (Crocus chrysanthus), Balkan-Krokus (Crocus flavus) und dem ursprünglich recht zierlichen Elfen- oder Bauern-Krokus (Crocus tommasinianus).

Gelbe Krokusse stammen meist von Crocus flavus ab. Wegen ihres Hauptanbaugebiets werden sie gerne als Holländische Krokusse bezeichnet.

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(DDP/csr)