Nach Kritik von Umweltschützern: Aldi lenkt im Streit um Bioplastitktüten ein

Nach Kritik von Umweltschützern : Aldi lenkt im Streit um Bioplastitktüten ein

Deutschlands größter Discounter Aldi hat im Streit um Bioplastiktüten eingelenkt. Das Unternehmen habe nach der Kritik der Deutschen Umwelthilfe (DHU) an den als umweltfreundlich angepriesenen Einwegtüten eine Unterlassungserklärung abgegeben, bestätigte eine Aldi-Sprecherin am Montag der Nachrichtenagentur dapd.

Nach Angaben der DHU wird Aldi die umstrittenen Einwegtüten nicht mehr als "100 Prozent kompostierbar" bezeichnen. Außerdem verzichte der Discounter künftig auf die Behauptung, die Tragetaschen würden "nach neuesten Umweltrichtlinien soweit wie möglich aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt". Konkurrent Rewe prüft unterdessen nach eigenen Angaben noch die Sach- und Rechtslage.
Beide Unternehmen haben die Tüten bereits aus dem Angebot genommen.

Die DUH hatte Rewe und Aldi vorgeworfen, die Kunden mit den angeblich umweltfreundlichen Tüten in die Irre zu führen. "Die als kompostierbar beworbene Wegwerftüte aus Bioplastik ist keine umweltfreundliche Alternative zu anderen Plastiktüten und darf auch nicht als solche beworben werden", bekräftigte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch am Montag noch einmal.

Ultimatum bis Donnerstagmittag

Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler Rewe zögert im Gegensatz zu Aldi noch mit der von den Umweltschützern verlangten Unterlassungserklärung. Ein Unternehmenssprecher sagte, das Unternehmen prüfe derzeit die gesamte Sach- und Rechtslage. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht getroffen. Doch werde Rewe der DUH fristgerecht seine Entscheidung mitteilten.

Die Umweltschützer haben der Supermarktkette ein Ultimatum gestellt, dass Donnerstagmittag ausläuft. Gibt der Handelskonzern bis dahin keine Unterlassungserklärung ab, wollen sie "gerichtliche Schritte einleiten".

Bei Recherchen der DUH bei über 80 deutschen Kompostwerken gaben nach Angaben der Umweltschützer 98 Prozent der Kompostierungsanlagen an, keine Biokunststoffe zu kompostieren. In der Regel würden Bioplastiktüten dort gemeinsam mit anderen Plastikfolien als Störstoffe aussortiert und anschließend entsorgt. Für die Eigenkompostierung seien die Tüten ohnehin nicht vorgesehen, betonte die Organisation.

Wer die Umwelt beim Einkauf schonen wolle, verzichte am besten ganz auf Einwegtüten und verwende konsequent mehrfach nutzbare Einkaufstaschen, betonte Resch.

(APD)
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