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Wirtschaftsforscher warnen, Stau am Suez-Kanal verschärft Folgen der Corona-Krise

IFW Kiel : Stau am Suez-Kanal verschärft Folgen der Corona-Krise

Forschern des Kieler Instituts für Weltwirtschaft zufolge wird der Stau am Suez-Kanal die Folgen der Corona-Krise erheblich steigern. Sie warnen vor steigenden Preisen.

Der Stau am Suez-Kanal wegen des blockierten Containerschiffs "Ever Given" verschärft nach Einschätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) die Folgen der Corona-Krise erheblich. Zur Pandemie komme nun die Havarie als "zusätzliche Belastung" für den maritimen Handel hinzu, erklärte das Institut am Montag. Das treibe tendenziell die Preise für den Seehandel nach oben, "was sich früher oder später auch in den Produktpreisen niederschlagen dürfte".

Das Institut wertete Daten zur Bedeutung der Meerenge für die Weltwirtschaft und Deutschland aus. Demnach exportiert Deutschland auf dem Seeweg jährlich Güter im Wert von 121 Milliarden Euro in asiatische Länder, vor allem Kraftfahrzeuge und Maschinen. Rund neun Prozent aller deutschen Güterexporte und -importe werden durch den Suez-Kanal transportiert.

Den Angaben des Instituts zufolge explodierten zum Jahreswechsel 2020/21 die Transportkosten für einen Container von Asien nach Europa. Die vorübergehende Blockade im Suez-Kanal und der ausgelöste Stau könnten diese Situation nur verschlechtern und auch höhere Transportkosten von Europa nach Asien auslösen. So könnten Preise von Endprodukten und Zwischengütern steigen.

Das Containerschiff "Ever Given" hatte tagelang den Suez-Kanal blockiert. Über 400 Schiffe stauten sich rund um die Route; es könnte noch Tage dauern, bis sich dort der Schiffsverkehr normalisiert.

(mpi/AFP)