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Bereits 120 Erkrankungen: West-Nil-Virus fordert in Israel neuntes Opfer

Bereits 120 Erkrankungen : West-Nil-Virus fordert in Israel neuntes Opfer

Tel Aviv (dpa). Angesichts eines neunten Todesopfers steigt in Israel die Furcht vor dem West-Nil-Virus. Der israelische Rundfunk meldete am Freitag, ein 80-Jähriger sei der von Stechmücken übertragenen Krankheit in einem Krankenhaus in Kfar Saba nördlich von Tel Aviv erlegen. In den vergangenen Tagen drängten Dutzende besorgter Israelis mit Grippesymptomen in die Notaufnahmen mehrerer Krankenhäuser, weil sie meinten, sie hätten sich mit dem West-Nil-Virus infiziert, berichteten Medien.

Seit August sind in Israel bereits 120 Menschen durch den Erreger erkrankt, der besonders gefährlich für ältere und immunschwache Menschen ist. Symptome sind Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen. Laut israelischem Gesundheitsministerium wurde der West-Nil-Virus, an dem auch Säugetiere erkrankten, durch Zugvögel nach Israel eingeschleppt. Die jüngste Erkrankungswelle betrifft vor allem die feucht-warme Mittelmeerküste nördlich von Tel Aviv.

Um die weitere Ausbreitung zu verhindern, wurden bereits in Dutzenden von Ortschaften Pestizide versprüht. Die Einwohner wurden dabei aufgefordert, ihre Häuser zeitweilig nicht zu verlassen. Mit dem ersten Regen dieses Spätsommers fürchten die Behörden jedoch eine neue Ausbreitung der Stechmücken. Der Erreger sorgt derzeit auch im Nordosten der USA für Angst und Schrecken - unter anderem in der Millionenmetropole New York.

(RPO Archiv)