WDR wehrt sich gegen Kritik

WDR wehrt sich gegen Kritik

KÖLN (tüc) Der WDR weist die massive Kritik an der Programm-Gestaltung und seiner Intendantin, die WDR-Mitarbeiter anonym in einem Internet-Magazin des früheren NRW-Regierungssprechers Wolfgang Lieb geäußert hatten, als "baren Unsinn" zurück. Wie berichtet, malt der WDR seinen Redakteuren für die verschiedenen Programme "Zielhörer" samt ihrer Lebensumstände in Comic-Form auf.

Die Entwicklung von sogenannten Musterhörern sei weit verbreitet "und in unseren Redaktionen akzeptiert", so WDR-Hörfunkdirektor Wolfgang Schmitz. Die Beratung durch Medienforschung und Marketing-Experten führe nicht zu einer Reduzierung von Qualität und Vielfalt, richtig sei das Gegenteil, so Schmitz: "Wir haben den Auftrag, Programm für alle zu machen. Deshalb richten sich unsere Radiowellen – übrigens mit sehr großem Erfolg – an unterschiedliche Zielgruppen. Je genauer wir diese Gruppen kennen, desto besser erreichen wir sie." Auch gebe es im WDR-Fernsehen keine "Boulevardisierung" der "Aktuellen Stunde". Dort sei zum Beispiel der Anteil landespolitischer Berichterstattung in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. "Auch die regionale Berichterstattung im Hörfunk wurde nicht eingeschränkt. Im Gegenteil finden seit Jahresbeginn wichtige Themen aus der Region auf WDR 2 mehr Sendezeit als bisher", so Wolfgang Schmitz weiter. Was das angebliche "Murren" in der Mitarbeiterschaft betreffe, so sei dies vermutlich beim WDR nicht größer als anderswo. "Und schon gar nicht über die Intendantin", so Schmitz.

Monika Piel stehe für ein "klares öffentlich-rechtliches Profil des WDR" und engagiere sich in dieser Frage auch in ihrer derzeitigen Funktion als ARD-Vorsitzende vehement. "Übrigens stellt sie sich einmal im Monat dem kritischen Diskurs mit allen Redakteurinnen und Redakteuren. Eine Chefin, die intellektuell überfordert ist und den Durchblick verloren hat, sieht anders aus", so der WDR-Hörfunkdirektor.

(RP)
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