Viersen: Viersener quälte im Rausch Tiere

Viersen: Viersener quälte im Rausch Tiere

Amtsgericht ordnet ein psychologisches Gutachten über geständigen Täter an.

Ein 32-Jähriger hat gestern vor dem Amtsgericht Viersen gestanden, im Juni 2013 insgesamt fünf Meerschweinchen und Kaninchen seiner damaligen Freundin gequält zu haben. Ein Urteil wurde aber noch nicht gefällt. Das Gericht ordnete zunächst ein psychologisches Gutachten an, da der Angeklagte bei seinen Taten wohl unter Drogen und dem Einfluss in seiner Kindheit erlittener Misshandlungen stand.

Der Viersener gab zu, die Haustiere seiner Ex-Freundin nur an den Ohren hochgehoben und mit einer dicken Schnur geschlagen zu haben. Einige Tiere seien später an den Misshandlungen verstorben. Seine Taten hielt er damals auch auf Video fest.

Zur Anklage kam es, weil der 32-Jährige durch anderweitige Ermittlungen ins Visier der Polizei geriet. Im Jahr 2013 wurden im benachbarten Willich insgesamt 15 verbrannte Igel in Mülltonnen entdeckt. Zeugenhinweise führten schließlich zum Beschuldigten. Bei Durchsuchungen wurden die für den jetzigen Fall belastenden Videos gefunden. Etwas mit den Igel-Morden zu tun zu haben, bestritt er allerdings.

Im verhandelten Fall zeigte sich der 32-Jährige aber geständig. Jedoch gab er an, unter Drogeneinfluss gehandelt zu haben. Er sei damals amphetaminabhängig gewesen und habe tagelange Wachzustände erlebt. Daher könne er sich an die Taten nicht mehr deutlich erinnern. Auf die Frage, was denn der Auslöser für seine Taten gewesen sei, konnte er keine Antwort geben.

Hinweise darauf liefern allerdings Dokumente mit handschriftlichen autobiografischen Notizen, die Misshandlungen in seiner Kindheit durch den Vater vermuten lassen. Dazu wollte der Angeklagte ebenfalls keine Angaben machen. Klarheit über seine Schuldfähigkeit soll nun das psychologische Gutachten bringen. Der Prozess wird am 28. September fortgesetzt.

(p-m)