Schockierende Berichte des Gerichtsmediziners Verfahren in Australiens schlimmsten Serienmord eröffnet

Adelaide (dpa). Im Fall des bislang schlimmsten Serienmordes Australiens hat anderthalb Jahre nach der gruseligen Entdeckung von zehn Leichen am Montag das Verfahren begonnen. Bei der Anhörung in Adelaide berichtete ein Gerichtsmediziner schockierende Einzelheiten über den Zustand der Toten, die vor 18 Monaten in einem Safe einer ehemaligen Bank und in einem Garten vergraben worden waren. Drei Männern wird zehnfacher, einem weiteren Angeklagten fünffacher Mord vorgeworfen.

Die Verdächtigen sollen zwischen 1995 und 1999 die zwei Frauen und acht Männer im Alter zwischen 19 und 47 Jahren umgebracht haben, um ihre Sozialrenten zu kassieren.

Mehrere Opfer waren grausig verstümmelt, berichtete Südaustraliens oberster Gerichtsmediziner Ross James. Die Körper der Opfer waren in sechs Plastikfässern in der Bank in dem kleinen Örtchen Snowtown untergebracht worden. Einige waren noch geknebelt, andere waren gefesselt, einige hatten Stricke um den Hals. Wahrscheinlich sind mehrere Opfer gefoltert worden, darauf wiesen Verbrennungen und Blutergüsse hin. Bei fünf war Ersticken die Todesursache, in den anderen Fällen konnte die Todesursache nicht mehr festgestellt werden.

Oberstaatsanwältin Wendy Abraham erklärte, alle Opfer seien den Tätern oder zumindest einigen Tätern bekannt gewesen. Das derzeitige Verfahren ist zunächst nur eine Anhörung, bei der nach australischem Recht entschieden wird, ob ausreichend Beweise für eine Anklage vorhanden sind. Die Beweise können dann aber in das eigentliche Verfahren eingebracht werden. Die Verdächtigen haben bisher nicht zu den Vorwürfen Stellung genommen.

Der Fall, der weltweit für Schlagzeilen sorgte, löste auch jetzt wieder großes Interesse aus. Aus Sicherheitsgründen wurde der Gerichtssaal extra für umgerechnet 100 000 Mark umgebaut, die Verdächtigen sitzen hinter Panzerglas. Die Staatsanwaltschaft hat allein 4 000 Beweisstücke gesammelt, die Vorbereitung des Verfahrens hat Millionen gekostet. Es wird damit gerechnet, dass die Anhörung Monate dauern wird.

(RPO Archiv)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort