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Gerichtsentscheidung: US-Schüler darf T-Shirt mit George W. Bush als Huhn tragen

Gerichtsentscheidung : US-Schüler darf T-Shirt mit George W. Bush als Huhn tragen

New York (rpo). Jetzt ist es hochoffiziell: Der amerikanische Schüler Zachary Guiles darf in seiner Schule ein T-Shirt tragen, das US-Präsident George W. Bush als Huhn verballhornt und ihn mit Kokain und Alkohol in Verbindung bringt. Ein Berufungsgericht in Manhattan entschied: Die Schule hat gegen das in der Verfassung garantierte Recht der Redefreiheit verstoßen, als sie Guiles zum teilweisen Abdecken des T-Shirts zwang.

Der damals 13-Jährige hatte das Hemd 2004 auf einer Anti-Kriegs-Kundgebung gekauft und während zwei Monaten einmal pro Woche im Unterricht getragen. Das stieß einem Mitschüler und dessen Mutter mit anderen politischen Ansichten sauer auf. Die Schule in Williamstown im US-Staat Vermont verfügte schließlich, Guiles müsse das T-Shirt entweder auf links tragen, die Darstellungen von Bush mit einem Martini-Glas und von drei Linien Kokain abdecken, oder eben ein anderes Hemd anziehen.

Der Schüler erschien daraufhin mit dem T-Shirt im Unterricht, auf dem die Bilder mit einem Klebeband und dem Wort "zensiert" abgedeckt waren, und zog vor Gericht. In der ersten Instanz bekam er teilweise Recht. Das Berufungsgericht entschied nun, die Schule dürfe sich gar nicht als Zensor aufspielen. "Die Bilder sind ein bedeutender Teil der politischen Botschaft, die Guiles vermitteln will, und unterstützen die Anti-Drogen (und Anti-Bush)-Aussage", hieß es in der Urteilsbegründung. Das Weiße Haus wollte sich zu der Entscheidung nicht äußern.

Das T-Shirt zeigt Bushs Kopf mit einem Soldatenhelm auf dem Körper eines Huhns unter dem Slogan: "Chicken-Hawk-in-Chief" (etwa: Hühnerhabicht vom Dienst).

(ap)