Unwetter-Warnung: Sturm "Maria" in der Karibik zum Hurrikan hochgestuft

Tropensturm wird Hurrikan : Nach "Irma" nimmt "Maria" Kurs auf die Karibik

Tropensturm "Maria" ist im Atlantik zu einem Hurrikan hochgestuft worden und nimmt Kurs auf mehrere Karibikinseln. Frankreich sendet weitere Zivilschützer nach Guadeloupe.

Mehrere Inseln, die vor nicht einmal zwei Wochen von "Irma" verwüstet worden waren bereiten sich auf "Maria" vor, einen Tropensturm der am Abend zum Hurrikan erstarkt ist. Für Guadeloupe, Dominica, St. Kitts, Nevis und Montserrat wurden am Sonntag bereits Hurrikan-Warnungen ausgegeben. Um 17 Uhr US-Ostküstenzeit (23 Uhr MESZ) befand sich "Maria" 225 Kilometer nordöstlich von Barbados und entwickelte Windgeschwindigkeiten von 225 Stundenkilometern, wie das Hurrikan-Zentrum in Miami (Florida) mitteilte.

Den Angaben zufolge ähnelt ihr bisheriger Kurs stark dem von "Irma". So könnte der neue Hurrikan - dann möglicherweise zur dritthöchsten von fünf Kategorien erstarkt - am Mittwoch oder Donnerstag auch Puerto Rico bedrohen. Der anschließender Weg ließ sich nach Angaben von Meteorologen am Sonntag noch nicht abschätzen. "Irma" hatte nach ihrem verheerenden Zug über die Karibik auch in Florida teils schwere Schäden angerichtet.

Frankreich sendet 110 weitere Soldaten als Zivilschützer

Auf der zu Frankreich gehörenden Insel Guadeloupe müsse am Montag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern gerechnet werden, teilten die örtlichen Behörden mit. Außerdem würden Niederschläge von stellenweise 400 Millimetern erwartet.

Für die französisch-niederländische Insel Saint-Martin und das französische Saint-Barthélemy galt die niedrigere Unwetterwarnstufe Gelb. Beide Inseln waren durch Hurrikan "Irma" schwer verwüstet worden. Elf Menschen kamen im französischen Teil von Saint-Martin ums Leben, vier weitere im niederländischen Sint Maarten.

Der französische Innenminister Gérard Collomb wertete die neuerliche Warnung als Zeichen, dass die Inseln vor "großen Schwierigkeiten" stünden. Er kündigte in Paris die sofortige Entsendung von 110 zusätzlichen Soldaten des Zivilschutzes und hunderter weiterer Einsatzkräfte an, um für Sicherheit zu sorgen und bei der Versorgung der Menschen zu helfen. Guadeloupe sei bislang die Logistikzentrale für die Hilfslieferungen zu den von Hurrikan "Irma" betroffenen Inseln gewesen, sagte Collomb.

Die Schulen auf Guadeloupe sollen ab Montag "bis auf weiteres" geschlossen bleiben, teilte die zuständige Behörde mit. Der französische Wetterdienst rechnete damit, dass sich das Auge des Sturms in der zweiten Hälfte der Nacht von Montag auf Dienstag in unmittelbarer Nähe von Guadeloupe befinden werde.

(juju)
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