Unwetter in Wuppertal: Aufräumarbeiten werden Tage dauern

Nach heftigem Unwetter : Aufräumarbeiten in Wuppertal werden wohl Tage dauern

Gewaltige Regenfälle haben am Dienstag in NRW Keller volllaufen lassen und Straßen überflutet. Besonders heftig traf es Wuppertal. Am Mittwoch gehen die Aufräumarbeiten weiter. Mehrere Schulen in der Stadt bleiben geschlossen.

Stellenweise fiel in NRW am Dienstagnachmittag so viel Regen wie sonst in einem ganzen Monat. Im Raum Wuppertal gab es erhebliche Schäden. Eine Frau im Ruhrgebiet wurde durch einen Blitzschlag verletzt.

In Wuppertal liefen die Wassermassen in Häuser und Geschäfte und richteten nach Angaben der Stadt erheblichen Schaden an. Das Dach eines Universitätsgebäudes stürzte ein, in der Innenstadt knickte ein Tankstellendach weg und beschädigte mehrere Autos. Wassermassen drangen in die City-Arkaden Wuppertal ein. Betroffen war das untere Geschoss des Einkaufszentrums. Das Wasser habe dort etwa einen halben Meter hoch gestanden, berichtete der Mitarbeiter eines Geschäftes aus den oberen Etagen. Die Kunden seien aber ruhig geblieben. Viele hätten ihren Einkauf fortgesetzt. „Ich habe mir mehr Sorgen um das Geschehen draußen gemacht“, erzählte der Mitarbeiter unserer Redaktion. „Dort sind Geschäfte regelrecht abgesoffen.“

User-Videos: So heftig tobte das Unwetter über NRW

In der Spitze fielen im Raum Wuppertal laut Deutschem Wetterdienst (DWD) 100 Millimeter Regen, also 100 Liter auf den Quadratmeter. „Das war schon extrem und ist in der Regenmenge etwa das, was normalerweise im Laufe eines Monats fällt“, sagte ein Sprecher am Mittwoch. „Die Infrastrukturschäden werden ganz erheblich sein“, sagte eine Sprecherin der Stadt. Die Reparatur- und Aufräumarbeiten könnten mehrere Tage dauern - mindestens.

In den City-Arkaden seien Feuerwehr und Technisches Hilfswerk bis in die frühen Morgenstunden damit beschäftigt gewesen, das Wasser abzupumpen, teilte Center-Managerin Katrin Becker mit. Am Mittwoch laufe der Betrieb im Einkaufszentrum wieder „weitgehend normal“. Sechs Geschäfte blieben aber noch geschlossen. An der Aral-Tankstelle, deren Dach umgekippt ist, werde noch untersucht, wie groß der Schaden ist, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Die Mitarbeiter seien unverletzt geblieben. Nach bisherigen Erkenntnissen seien auch die unterirdischen Lagertanks nicht beschädigt worden - es sei kein Kraftstoff ausgetreten.

Einige Schulen in Wuppertal bleiben heute wegen Unwetterschäden geschlossen. Das berichtet „Radio Wuppertal“. Betroffen sind das Gymnasium Kothen, das Berufskolleg Kothen und das Berufskolleg Haspel. Dort seien Keller überflutet. Wie „Radio Wuppertal“ unter Berufung auf die Stadt weiter berichtet, könnten noch weitere Schulen vorübergehend geschlossen werden. Auch die Realschule in Kerpen bleibt am Mittwoch geschlossen, berichtet der „Kölner Stadtanzeiger“.

Frau durch Blitzschlag verletzt

Heftige Regenfälle gab es am Dienstag auch in Aachen. Dort registrierte die Feuerwehr am späten Nachmittag mehrere Hundert Notrufe. Im Keller eines Einkaufszentrums stand das Wasser nach Stadtangaben etwa eineinhalb Meter hoch.

In Oberhausen wurde eine Frau durch einen Blitzschlag verletzt. Sie hielt sich nach Angaben der Feuerwehr am Dienstagnachmittag im Freien auf, als in der Nähe der Blitz einschlug. Sie wurde zwar nicht direkt getroffen, kam aber anschließend ins Krankenhaus.

In Düsseldorf rückte die Feuerwehr zu 170 unwetterbedingten Einsätzen aus. Unter anderem verursachte ein Blitzeinschlag einen Dachstuhlbrand. In Duisburg wurden zahlreiche Straßen überflutet. In Solingen wurde die Gedenkfeier anlässlich des 25. Jahrestages des Brandanschlags auf ein türkisches Haus aus Sicherheitsgründen abgebrochen.

Auch über Hessen tobten am Dienstagnachmittag Unwetter. Vor allem in Nord- und Mittelhessen richtete der Starkregen Schäden an. In Marburg musste ein Einkaufszentrum evakuiert werden.

In Niedersachsen war vor allem der Süden betroffen. In Bad Gandersheim im Landkreis Northeim sorgte starker Regen für überflutete Straßen. „Alles, was verfügbar ist, ist im Einsatz“, sagte ein Sprecher der Polizei.

Auch in Teilen Bayerns tobten Unwetter. Vor allem in Unterfranken mussten Einsatzkräfte der Feuerwehr zu vollgelaufenen Kellern ausrücken. Einsatzschwerpunkt war der Landkreis Schweinfurt. Hunderte Notrufe seien eingegangen, teilte ein Sprecher des Bayerischen Roten Kreuzes mit. Auch in der Oberpfalz gab es zahlreiche unwetterbedingte Einsätze.

„Es wird wieder krachen“

Für den Mittwoch gab der Deutsche Wetterdienst (DWD) keine Entwarnung. „Es ist keine Entspannung in Sicht“, sagte ein Sprecher am Morgen. Vom Nordwesten bis in den Osten und Südosten sowie lokal im Südwesten Deutschlands werde es teils wieder kräftige Schauer und Gewitter geben. „Es wird wieder krachen“, sagte der Sprecher.

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(lsa/wer/dpa)