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4.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht: Ungarn droht Hochwasser-Katastrophe

4.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht : Ungarn droht Hochwasser-Katastrophe

Budapest (dpa). In Ungarn droht der Fluss Theiß über die Dämme zu treten und eine Jahrhundert-Überschwemmung auszulösen. Nach heftigen Regenfällen der vergangenen Tage erreichte der Nebenfluss der Donau am Dienstag eine neue Rekordhöhe. Die Dämme entlang der Theiß, die in der Nacht von Tausenden Helfern verteidigt wurden, hielten dem Druck jedoch stand.

Mit 9,20 Metern habe der Strom bei Tokaj im Nordosten des Landes seinen bisherigen Höchststand aus dem vergangenen Jahr um 26 Zentimeter übertroffen, berichteten die Behörden am Dienstag in Budapest. Der Wasserpegel steige mit neuen Niederschlägen jede Stunde um weitere zwei Zentimeter.

Die Überschwemmungen gefährden insgesamt rund 2 000 Gebäude, 400 Menschen wurden bereits in Sicherheit gebracht. Die Regierung hatte am Montag durch Kürzungen im Haushalt 37 Milliarden Forint (143 Millionen Euro) für einen Hochwasser-Schutzfonds zur Verfügung gestellt. Die Wasserbehörden des Landes sprechen von Überschwemmungen, wie sie "alle 500 Jahre vorkommen". Bereits am Wochenende hatte Regierungschef Viktor Orban in Gebieten im Osten und Nordosten Ungarns den Notstand ausgerufen. Beim Hochwasser in Nachbarland Rumänien kamen in der vorigen Woche sieben Menschen ums Leben, 8 000 Bauernhäuser in rund 300 Orten wurden verwüstet.

(RPO Archiv)