Kind während Sitzung erstickt: Tod nach Wiedergeburtstherapie - 16 Jahre Haft

Kind während Sitzung erstickt : Tod nach Wiedergeburtstherapie - 16 Jahre Haft

Golden/USA (rpo). Weil sie ein zehnjähriges Mädchen im Laufe einer "Wiedergeburtstherapie" erstickten, sind zwei Amerikanerinnen im US-Staat Colorado zu 16 Jahren Haft verurteilt worden. Das Mädchen war wegen Problemen im Verhältnis zu anderen Menschen in Behandlung.

Mit der Verhängung der Mindeststrafe blieb das Gericht am Dienstag in Golden im US-Staat Colorado weit unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die jeweils 48 Jahre Haft gefordert hatte. Die zehnjährige Candace Newmaker war während einer Sitzung im April 2000 mit Decken und Kissen zugedeckt worden und darunter erstickt.

Richterin Jane Tidball bewertete es als strafmildernd, dass die 40-jährige Julie Ponder und die 54 Jahre alte Connell Watkins nicht vorbestraft waren, und sie das Mädchen nicht verletzten wollten. Schon die Mindeststrafe von 16 Jahren sei ein abschreckendes Beispiel für andere Therapeuten, betonte Tidball.

Das Mädchen war wegen Problemen im Verhältnis zu anderen Menschen in Behandlung. Während der Sitzung sollte sie mit Kissen und Decken bedeckt und dann dazu ermutigt werden, sich ihren Weg ins Freie zu bahnen, um eine neue Beziehung zu ihrer Adoptivmutter einzugehen. Vor Gericht wurde ein Video des Treffens gezeigt, auf dem zu sehen war, wie sich vier Erwachsene auf Candace legten, um das Gewicht zu erhöhen.

"Ich muss den Rest meines Lebens mit dem Wissen leben, dass Candace neben mir starb, und ich es nicht bemerkte", sagte Ponder. Die Wiedergeburtstherapie ist seit dem Vorfall in Colorado verboten. Die Verhandlung gegen die Adoptivmutter des Kindes und zwei Mitarbeiter der Therapeutinnen stehen noch aus.

(RPO Archiv)
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